So, 15. Juli 2018

Amnesty zeigt auf:

11.07.2014 07:51

Zunehmend Beweise für Folter in der Ostukraine

Amnesty International wirft den Separatisten und regierungstreuen Truppen in der Ostukraine schwere Menschenrechtsverletzungen vor. Die Organisation sprach von "immer mehr Beweisen" für Folter und Menschenraub. In den vergangenen drei Monaten seien Journalisten, Aktivisten und Demonstranten schwer verprügelt und auf andere Weise gefoltert worden, teilte Amnesty am Donnerstag mit.

Der Bericht beruhe auf Informationen, die ein Amnesty-Team in den vergangenen Wochen in der Ostukraine recherchiert habe. "Das Gros der Verschleppungen wird von bewaffneten Separatisten verübt, die Opfer sind oft Prügel bis zum Erbrechen und Folter ausgesetzt", sagte Denis Krivosheev, Amnesty-International-Vizedirektor für Europa und Zentralasien. "Aber auch seitens der regierungstreuen Kräfte haben wir Menschenrechtsverletzungen dokumentiert." Hunderte von Entführungen gebe es demnach in der ganzen Ostukraine, vor allem in den Regionen Donezk und Lugansk. Umfassendes, belastbares Zahlenmaterial gebe es jedoch nicht.

Indes werden die Kämpfe in der Ostukraine nach Beginn der Großoffensive der ukrainischen Armee heftiger und verlustreicher. Bei neuen schweren Gefechten zwischen der Armee und prorussischen Separatisten sind am Donnerstag Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Die Aufständischen sprachen von etwa 50 toten Soldaten bei blutigen Kämpfen um den Flughafen der Großstadt Lugansk. Das Militär räumte Verluste ein. Allerdings seien bei einem Feuergefecht nahe der Millionenmetropole Donezk auch mindestens 25 "Terroristen vernichtet" worden, sagte Bataillonskommandeur Semjon Sementschenko am Donnerstag in dem Konfliktgebiet.

Schwere Kämpfe rund um Flughafen von Donezk
Die Verwaltung von Donezk sprach von schweren Kämpfen rund um den stillgelegten internationalen Flughafen. Die Bewohner naher Siedlungen sollten keinesfalls die Häuser verlassen, sagte ein Sprecher. Der selbst ernannte Regierungschef der nicht anerkannten "Volksrepublik Donezk", Alexander Borodaj, bestätigte die Gefechte. Falls sich die Armee nicht zurückziehe, müssten etwa 100.000 Bürger aus Sicherheitsgründen die Stadt verlassen, behauptete er. Ein Militärkonvoi aus Panzern und Mannschaftswagen hatte bereits am Vortag rund 20 Kilometer südlich von Donezk Position bezogen.

Die ukrainischen Streitkräfte sollen nach russischer Darstellung auch eine Kontrollstelle an der gemeinsamen Grenze beschossen haben. Man habe bei der Regierung in Kiew gegen den Vorfall protestiert, erklärte das Außenministerium am Donnerstag in Moskau. Es sei nicht das erste Mal, dass der Grenzübergang Gukowo unter Beschuss geraten sei. Russland und die Separatisten lehnten nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko mehrere Vorschläge für Orte ab, an denen eine Feuerpause verhandelt werden könnte.

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