Mo, 18. Juni 2018

Wiener erschossen

03.07.2014 15:05

Strafverfahren gegen WEGA-Beamte eingestellt

Der Tod des 52-jährigen Gerhard A., der am 7. Juni 2013 in Wien-Liesing von Polizisten der WEGA erschossen wurde, hat keine strafrechtlichen Folgen. Die Staatsanwaltschaft Wien stellte Mitte Juni das Verfahren gegen vier Beamte ein. Das gab Behördensprecherin Nina Bussek am Donnerstag bekannt.

Der psychisch erkrankte Frühpensionist hatte Anfang Juni des vergangenen Jahres Maler, die mit Arbeiten am Wohnhaus in der Wiener Kanitzgasse beschäftigt waren, bedroht sowie eine Streifenbeamtin mit einem Messer attackiert.

Beamte gaben insgesamt 20 Schüsse ab
Als die Einsatzkräfte der WEGA hinzukamen, verschärfte sich die Situation: Der Mann verbarrikadierte sich zunächst in seiner Wohnung und attackierte dann einen Beamten mit einem Messer, der nur aufgrund seiner Schutzbekleidung unverletzt blieb. Vier Polizisten zogen daraufhin ihre Dienstpistolen und gaben insgesamt 20 Schüsse ab. Der 52-Jährige hatte keine Überlebenschance - wie die Obduktion ergab, hatten ihn im Brustbereich acht Projektile getroffen.

Staatsanwaltschaft billigt Schützen Nothilfe zu
Die Staatsanwaltschaft billigte den Schützen, gegen die wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen ermittelt worden war, Nothilfe zu. Laut Bussek sei auch ein möglicher Notwehrexzess - das Überschreiten der an sich zulässigen Notwehr bzw. Nothilfe - geprüft und letzten Endes verneint worden.

Es habe während der Schussabgaben ein "andauernder, anhaltender Angriff" vorgelegen. So habe der Angreifer das Messer nicht aus der Hand gegeben. "Er hat weiter Stichbewegungen ausgeführt", erläuterte Bussek. Folglich "konnten die Beamten davon ausgehen, dass der Angriff anhält" und sich in Bezug auf den attackierten Kollegen zulässigerweise auf Nothilfe berufen. Zur Abwehr des Angriffs "war der Waffengebrauch im Sinne des Waffengebrauchsgesetzes gerechtfertigt".

"Taser-Einsatz wäre wohl besser gewesen"
Die WEGA-Kräfte wären allerdings auch mit Taser, Pfefferspray und Schlagstöcken ausgerüstet gewesen. Laut Bussek wäre möglicherweise in dem engen Stiegenhaus - die acht Männer und Gerhard A. bewegten sich auf wenigen Quadratmetern, wobei sich jeweils vier Beamte links und rechts vom Türstock postiert hatten - der Taser-Einsatz die bessere Wahl gewesen.

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