Die Zahl von Schülern mit einem sonderpädagogischen Sonderbedarf ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Weil die bundesweite Quote für Sonderpädagogik zu niedrig sei, um Betroffenen wirklich zu helfen, gehen Eltern nun auf die Barrikaden.
„Wir haben Kinder, die nur eineinhalb Stunden pro Tag beschult werden. Wie soll sich das ausgehen, wenn die Eltern berufstätig sind. Eine Familie ist deshalb nach Niederösterreich gezogen, weil dort die Situation besser war“, erzählt Nicole Keplinger-Sitz. Die Juristin unterstützt den Verein „Miteinander Eltern“ von Kindern mit Beeinträchtigung und sagt: „Diese Fälle häufen sich massiv. Wir haben eine Versorgungslücke.“
Einige Bundesländer zahlen Lehrer
Gemeint ist der bundesweite Quotendeckel für Sonderpädagogik. Der beträgt derzeit 2,7 Prozent, „in der Realität wären aber 5,6 Prozent notwendig“, sagt Gertrude Riegler, Sprecherin der Elterninitiative für Kinder mit besonderem Bedarf im Pflichtschulbereich und selbst Mutter einer beeinträchtigten Tochter. Einige Bundesländer wie Vorarlberg, Tirol oder Wien würden für zusätzliche Lehrerstunden selbst Geld in die Hand nehmen, Oberösterreich nicht. Am 9. April findet im Parlament ein Unterausschuss statt, dort wird die Bürgerinitiative – die bereits 12.700 Unterschriften gesammelt hat – ihr Anliegen vorbringen:
Die Zahl an Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist im Pflichtschulbereich von 5,4 Prozent auf heuer 5,6 Prozent gestiegen.
Gertrude Riegler, Sprecherin der Elterninitiative
„Wir fordern eine schrittweise Erhöhung des Quotendeckels schon ab dem kommenden Schuljahr“, so Riegler. Die Mühlviertlerin hofft, dass das Thema am 9. April dem Unterrichtsausschuss zugewiesen wird. „Den Kindern stehen Lehrer zu. Die Anzahl an Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist im Pflichtschulbereich vom 5,4 Prozent im letzten Schuljahr auf heuer 5,6 Prozent gestiegen“, so Riegler.
Auch die Zahl der Suspendierungen steigt
Was ebenfalls ansteigen würde, sei die Zahl der Suspendierungen. Laut Bildungsministerium kam es im Schuljahr 2024/2025 umgerechnet auf die Schüleranzahl an Sonderschulen zu den meisten Ausschlüssen auf Zeit. „Wir glauben, dass es hier eine große Dunkelziffer gibt, denn häufig gehen Kinder auch in den ,Krankenstand’“, so Keplinger-Sitz. Daran seien aber nicht die Schule oder die Lehrpersonen schuld, sondern schlicht und ergreifend die fehlenden Ressourcen.
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