Genug gebissen!

FIFA sperrt Suarez für neun Spiele und vier Monate

Sport
26.06.2014 15:59
Wegen seiner Beißattacke auf seinen Gegenspieler Giorgio Chiellini im Spiel gegen Italien ist Uruguay-Starstürmer Luis Suarez von der FIFA für neun offizielle Länderspiele mit Uruguay gesperrt worden. Zudem darf Suarez vier Monate lang keinen mit Fußball verbundenen Aktivitäten nachgehen. Damit nicht genug, muss der "Uru"-Bomber auch noch 100.000 Schweizer Franken Strafe zahlen. Die FIFA-Richter sprachen die Sanktionen nach Ansicht der TV-Bilder aus, Uruguays Verband legt Berufung ein.

Für den Wiederholungstäter Suarez – er war bereits früher zweimal als bissiger Akteur auf dem Grün aufgefallen – ist die laufende Weltmeisterschaft in Brasilien vorbei. Der Angreifer steht damit aber auch seinem Klub Liverpool in den kommenden Monaten nicht zur Verfügung. Schon den Beginn der abgelaufenen Ligasaison hatte er wegen einer vorangegangen Beißattacke auf Chelsea-Kicker Branislav Ivanovic verpasst. Dennoch schoss der "Pistolero" Liverpool mit 31 Toren in 33 Spielen beinahe zum Meistertitel.

Suarez darf gegen Kolumbien nicht einmal ins Stadion
Wohl besonders schmerzhaft für Suarez: Während der Neun-Spiele-Sperre darf der "Beißer" auch kein Stadion betreten, in dem seine Kameraden von der Uruguay-Nationalmannschaft kicken. Mit Edinson Cavani und Co. kann er im samstägigen Achtelfinal-Hit gegen Kolumbien daher maximal via Fernseher oder beim Public Viewing mitfiebern. Der Ausfall von Suarez ist eine enorme Schwächung für die "Urus". An seiner Stelle dürfte Altstar Diego Forlan, bei der WM 2010 noch zum besten Spieler gewählt, neben Edinson Cavani stürmen.

FIFA: Verhalten kann nicht toleriert werden
"So ein Verhalten kann auf keinem Fußballplatz toleriert werden – schon gar nicht bei der FIFA-Weltmeisterschaft, wenn die Augen von Millionen Menschen auf die Stars am Feld gerichtet sind", begründete Claudio Sulser, der Vorsitzende des FIFA-Disziplinar-Komitees, die Entscheidung. "Das Disziplinarkomitee hat alle Faktoren für diesen Fall in Betracht gezogen", betonte Sulser in seiner Urteilsbegründung. Der Spieler und sein nationaler Verband seien bereits informiert. "Die Entscheidung tritt mit dem Moment in Kraft, in dem sie kommuniziert worden ist."

Uruguay beruft
Uruguay wird wie erwartet gegen die harte Strafe für Suarez berufen. "Die Strafe ist zu hart für das Foul", begründete Verbands-Präsident Wilmer Valdez die Entscheidung. "Uruguay fühlt sich nicht verfolgt und Suarez ist kein Opfer", ergänzte Valdez.

Adidias beendet Zusammenarbeit mit Suarez
Konsequenzen zog indes der Sportartikelhersteller adidas, der sämtliche Werbemaßnahmen mit dem Liverpool-Stürmer während der WM stoppte. "Adidas duldet das jüngste Verhalten von Luis Suarez nicht. Wir werden ihn noch einmal an die hohen Verhaltensstandards erinnern, die wir an unsere Spieler stellen. Wir planen keine weiteren Marketingaktivitäten mit Suarez während der Fußballweltmeisterschaft 2014", sagte Unternehmenssprecher Oliver Brüggen.

Hier gibt's noch einmal das Video zur Beißattacke.

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