Mit viel Mühe

Chile plagt sich zu 3:1 gegen tapferes Australien

Sport
14.06.2014 01:56
Geheimfavorit Chile hat seine erste Pflichtübung bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 erfolgreich gemeistert – mehr aber auch nicht. Underdog Australien präsentierte sich beim 3:1-Sieg der Südamerikaner in Cuiaba zwar als durchaus limitiert, nichtsdestotrotz machten die "Socceroos" ihrem Gegner aus Gruppe B das Leben schwer. Nicht unwesentliches Detail am Rande: Erstmals im bisherigen Verlauf des Turniers gab es keinen eklatanten Fehlpfiff des Schiedsrichters zu beklagen, Noumandiez Doue von der Elfenbeinküste blieb praktisch fehlerlos.

Die Chilenen starteten so, wie man es von ihnen erwarten durfte: nach vorne orientiert, technisch versiert und laufstark. Freilich: Die Australier versteckten sich keineswegs, versuchten früh zu attackieren und ließen bald erahnen, dass sie ihr Heil in hohen Bällen suchen würden. Als sie das Spiel aber einigermaßen unter Kontrolle zu haben schienen, schlugen die Chilenen zu: Nach einer Ballstafette landete der Ball im Strafraum der "Socceroos" vor den Beinen von Alexis Sanchez - und der drückte den Ball völlig humorlos zum 1:0 über die Linie (12.). Der Jubel der Chile-Fans auf den Rängen war noch nicht verebbt, da stand es bereits 2:0: Jorge Valdivia traf von der Strafraumgrenze nach Idealzuspiel von Sanchez (14.).

Cahill bringt Australien überraschend ins Spiel zurück
Während die Südamerikaner in der Folge Ball und Gegner laufen, allerdings den nötigen Nachdruck vor dem gegnerischen Tor vermissen ließen, konnten sich die kurz irritierten Australier wieder aufrichten. Erste Versuche, zum Anschlusstreffer zu kommen, etwa durch Tommy Oar (19., 22.) und Matthew Leckie (27.), blieben allerdings erfolglos. In Minute 35 war's dann aber so weit: Socceroo-Rekordtorschütze Tim Cahill, gerade einmal 1,78 Meter groß, köpfte eine Idealflanke von Oar zum 1:2 ins Netz von Chile-Goalie Claudio Bravo. Die spielerisch beschränkten, aber aufopferungsvoll kämpfenden Australier erlebten zwar bis zum Pausenpfiff ihre wohl besten Minuten im Spiel, an der grundsätzlichen Überlegenheit der Chilenen änderte das aber genauso wenig wie das 1:2.

Chile nach dem Seitenwechsel von der Rolle
Die Pause dürften die Chilenen im Anschluss nicht gut verbracht haben - schlafmützig und überheblich agierend, luden sie die Australier beinahe händeringend dazu ein, endgültig den Turnaround zu schaffen. Zunächst köpfte der ständige Unruheherd in Gelb, Cahill, den Ball noch übers Tor (51.), doch zwei Minuten später war er drin. Doch der Schiri gab den Treffer wegen einer Abseitsstellung des Australiers zu Recht nicht (53.). Kurz darauf scheiterte auch Mark Bresciano (56., 62./Bravo pariert) – in dieser Phase wankten die Chilenen enorm, auch wenn sie zwischen den beiden Bresciano-Chancen durch Eduardo Vargas beinahe das 3:1 erzielt hätten (61./Alex Wilkinson rettete auf der Linie).

Beausejour fixiert Sieg für die Chilenen
Dennoch: Die Chilenen fanden nicht und nicht ins Spiel zurück und es war wohl nur den zunehmend schwindenden Kräften der Socceroos geschuldet, dass sie weiterhin in Führung blieben. Erst in den letzten fünf Minuten versuchten sich auch die Südamerikaner wieder etwas zielstrebiger in der Offensive – und tatsächlich waren diese frischen Bemühungen von Erfolg gekrönt: Jean Beausejour brachte einen Abpraller aus gut 20 Metern per Flachschuss im australischen Tor unter (92.). Der Deckel war nun drauf und Chile der Sieger.

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