07.06.2014 18:56 |

French Open

Maria Scharapowa holt fünften Major-Titel

Die Siegerin der French Open 2014 heißt zum zweiten Mal nach 2012 Maria Scharapowa. Die 27-jährige Russin setzte sich in einem hochklassigen und spannenden Endspiel am Samstag gegen die überhaupt nicht nervös agierende rumänische Major-Finale-Debütantin Simona Halep nach etwas über drei Stunden mit 6:4, 6:7(5), 6:4 durch. Für Scharapowa war es der insgesamt fünf Major-Titel ihrer Karriere.
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Die sonst so kühl wirkende Scharapowa zeigte ihre Emotionen und stand unter dem Eindruck dieses so hart erkämpften Sieges. "Das war das härteste Grand-Slam-Finale, dass ich in meiner Karriere gespielt habe. Simona hat unglaublich gespielt", freute sich Scharapowa unter Tränen. "Ich kann es nicht glauben. Ich hätte vor sieben, acht Jahren nicht gedacht, dass ich hier zweimal gewinnen kann. Das Turnier bedeutet mir sehr viel. Ich wollte es immer schon gewinnen."

Scharapowa, die sich im Ranking auf Platz fünf verbessern wird, kassiert für den Sieg 1,65 Millionen Euro. Halep, die neue Nummer drei der Welt, erhält die Hälfte. Scharapowa erhielt die Trophäe aus den Händen von Tennis-Legende Chris Evert. Die tapfere Halep war nach der ersten Enttäuschung mit ihrem Paris-Auftritt sehr zufrieden. "Das ist meine erste Rede nach einem Grand-Slam-Finale, das immer etwas ganz Besonderes für mich bleiben wird. Maria, du bist ein großartiger Champion, du hast sehr gut gespielt und diesen Titel verdient", sagte Halep sportlich. "Ich hatte hier zwei unglaubliche Wochen und habe hier mein bestes Tennis gezeigt."

Scharapowa rasch in Rückstand
Das Match begann zunächst gar nicht nach dem Geschmack der Favoritin Scharapowa. Sie musste gleich den Aufschlag abgeben und geriet mit 0:2 in Rückstand. Doch dann machte die Russin mit unerhörter Willenskraft, krachenden Schlägen und wie immer lautstarkem Stöhnen die nächsten fünf Games in Folge. Zwar schaffte die vergleichsweise emotionslose und auch sehr leise Halep noch ein Rebreak zum 4:5, musste aber neuerlich den Aufschlag zum 4:6 nach 57 Minuten abgeben. Es war erst der erste Satzverlust der nur 1,68 m großen Halep im Turnierverlauf, während Scharapowa nach zuletzt drei Matches en suite diesmal nicht mit einem Satzrückstand in den zweiten Durchgang gehen musste.

Umgekehrt begann Satz zwei: Scharapowa ging 2:0 in Front, Halep glich aus. Dann ging es bis zum 4:4 mit dem Aufschlag, ehe vier Breaks in Folge ins Tiebreak führten. Halep hatte zweimal bei 5:4 und 6:5 die Chance vergeben, den Satzgleichstand herzustellen und lag im Tiebreak bereits mit 3:5 in Rückstand. Scharapowa fehlten nur noch zwei Punkte zum Sieg in zwei Sätzen. Halep nützte aber nach 2:09 Stunden Spielzeit den ersten Satzball zum 7:5 im "Jeu decisif".

Entscheidung erst im dritten Satz
Entscheiden musste nun aber der dritte Durchgang, in dem es nach einer ungewöhnlich langen Pause nach Satz zwei mit Break und Rebreak begann. Als Scharapowa das Break zum 3:2 gewann, jubelte die Russin, als hätte sie das Match schon gewonnen. Mit einem Zu-Null-Aufschlagspiel stellte sie auf 4:2 und nun schien Halep gebrochen. Doch die Rumänin, die von Beginn weg in ihrem ersten Major-Finale keinerlei Nervosität hatte erkennen lassen, blieb dran und wieder einmal verhalf Scharapowa bei 4:3 mit zwei weiteren Doppelfehlern ihrer Gegnerin zum Break. Bei 30/40 unterlief ihr bereits der zwölfte Doppelfehler.

Doch im neunten Game gelang Scharapowa der Durchbruch: Nach fast exakt drei Stunden Spielzeit nahm sie Halep den Aufschlag zu Null ab und stellte auf 5:4. Die Ballwechsel verliefen nach wie vor auf extrem hohem Niveau. Diesmal nützte sie den Vorteil und servierte zum Titel aus. Sie hat nach ihrer Schulter-Auszeit im Vorjahr (sechs Monate Pause) nun alle Möglichkeiten, in der zweiten Jahreshälfte weiter Boden im Ranking gutzumachen.

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