Die Stadt mit der viertbesten Lebensqualität Brasiliens wäre Österreichs Hauptquartier gewesen, hätte es mit der Qualifikation geklappt. Sportdirektor Willi Ruttensteiner und Teambetreuer Christian Schramm wählten Vitória, die Hauptstadt der Provinz Espirito Santo mit 313.000 Einwohnern aus, als sie im September zum Lokalaugenschein ins WM-Land fliegen mussten. Auf Befehl des Weltverbands FIFA, weil die Chancen auf ein Brasilien-Ticket noch intakt waren. Das Sheraton-Hotel direkt am Atlantik war reserviert, bis durch die 1:2-Niederlage in Schweden alles hinfällig wurde. Jetzt logieren Kamerun und Australien in Vitória.
Drei der neun WM-Referees aus Europa pfiffen Österreich-Spiele in der WM-Qualifikation: Der Holländer Björn Kuipers das 1:2 gegen Deutschland in Wien, der Serbe Milorad Mazic das 0:3 in München und der Türke Cüneyt Cakir das entscheidende 1:2 in Stockholm, an der er trotz der falschen roten Karte für Marko Arnautovic aber nicht schuld war. Für die WM müssen sich die Unparteiischen übrigens umstellen: nicht nur mit der Torlinientechnologie, auch mit dem Spray, der Penalty Marker heißt. Sie können bei Freistoß-Entscheidungen mit einer Spraydose den genauen Tatort markieren – um in Ruhe die Mauer platzieren zu können.
Und damit die Schützen im Rücken der Referees den Ball nicht anders platzieren. Nach einiger Zeit verschwindet der Punkt wieder. Getestet wurde das schon bei der Klub-WM in Marokko, die Bayern mit David Alaba gewann.
Das sorgte schon damals für Diskussionen. Die Unparteiischen sind nicht überzeugt, dass dies notwendig ist. Außer Diskussion steht hingegen, dass die Referees so fit wie bisher bei keiner WM sind. Jeder bekam seit Jänner ein hammerhartes Fitnessprogramm von einem Personal-Coach, die via Pulsuhr und Computer überwacht wurden. In Brasilien werden alle nochmals durchgecheckt. Etwa, ob sie 40 Meter in unter sechs Sekunden laufen können. Wer’s nicht schafft, wird gnadenlos aussortiert.
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