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Babler und sein „Euch“ | Nur eine Atempause

Babler und sein „Euch“. Das muss man anerkennen: Parteitage – die sind Andreas Bablers Heimspiel. Wenn er das Rednerpult entert, dann ist er ganz in seinem Metier. Von der ersten Sekunde an steht er in hellen Flammen. Er brennt und vermag, diese Hitze auf das Publikum zu übertragen. Laut und atemlos nimmt er sich und die Delegierten mit auf eine Reise durch so gut wie alle Themenbereiche, die sozialdemokratische Funktionärinnen und Funktionäre bewegen, zumindest bewegen könnten oder sollten. Alle, alle versucht er dabei zu bedienen. Das gewiss meistverwendete Wort in seiner gestrigen einstündigen Rede: „euch“. „Euch“, also den Delegierten, dankte er in zig Varianten, mit „euch“ will er teilen, mit „euch“ will er kämpfen, „euch“, sagt er auch, „mog i einloden“. Denn mit „euch“ will er in eine „neue, bessere Zukunft“ schreiten.

Nur eine Atempause. Das „Euch“ – es zieht, zog schon beim Kampfparteitag 2023 in Linz, wo er mit einer glühenden Rede Parteichef-Favorit Hans Peter Doskozil besiegte. Auch gestern entfachte Babler ein Feuerchen. Die 81,5 Prozent, die er von den Funktionären erntete, sind passabel, respektabel. Er wird damit leben können. Wie lange, das ist freilich eine andere Frage: Für die nahe Zukunft werden die parteiinternen Kritiker nun zwar leiser werden. Aber es würde an ein Wunder grenzen, wenn in diesem zerstrittenen Haufen namens SPÖ nun echte Ruhe und Frieden einkehren würden. Eine Atempause wäre für den atemlosen Babler wohl das höchste der Gefühle.

Kommen Sie gut durch den Sonntag!

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