2026 ist das UNO-Jahr der Bäuerinnen. Aus diesem Anlass lud Tirols Landesbäuerin Helga Brunschmid auf den Hof der Familie Gutleben in Ranggen – und frau zeigte dort auch Probleme auf.
Auch wenn in Tirol derzeit nur jede 5. Landwirtschaft – das sind knapp 2200 – von einer Frau geführt wird, kann man mit Fug und Recht behaupten: Ohne Frau geht auf den heimischen Höfen gar nichts. „Ab und zu fehlt es zwar an der Kraft, aber nicht selten ist das Köpfchen wichtiger“, sagt Martina Gutleben selbstbewusst. Sie weiß, wovon sie spricht, hat sie doch mit ihrer Schwester Barbara den elterlichen Hof in Ranggen übernommen. Apropos Köpfchen: Beim Hofschankgesetz gäbe es die eine oder andere Schikane, die dringend überarbeitet bzw. abgeschafft gehöre.“
„Wir wollen den Männern nichts wegnehmen!“
Der vielfältige Betrieb der Familie Gutleben ist ein Paradebeispiel für Frauenpower in der Landwirtschaft. Die Eltern – Karl und Maria – haben es vorgelebt, die beiden jüngsten der insgesamt fünf Töchter führen den Hof nun. Landesbäuerin Helga Brunschmid – sie tritt bei der Wahl im November nicht mehr an – hat den Ort bewusst ausgewählt, um die Schwerpunkte für das heurige internationale UNO-Jahr der Bäuerinnen zu präsentieren. „Keine Sorge, wir wollen den Männern nichts wegnehmen. Aber wir möchten aufzeigen, wie wichtig die Bäuerin auf jedem Hof ist – nämlich mindestens gleich wichtig, wie der Bauer selbst“, sagte Brunschmid vorweg. Das wissen die Betroffenen aber sowieso am besten. Oft ist die Frau der Grund dafür, dass ein Hof überhaupt weitergeführt werden kann: Sie spielt (unter anderem) auf die Kindererziehung und die Tatsache an, dass viele Männer nebenbei noch einem Job nachgehen müssen. Den Stellenwert der Frau in der Landwirtschaftskammer Tirol unterstreicht auch, dass diese bereits seit 1962 in Gremien vertreten sind.
„In diesen sind wir unterbesetzt – wir streben einen Anteil von 30 Prozent an. Davon sind wir weit entfernt, was aber nicht immer die Schuld der Männer ist“, führt Brunschmid dazu an. Und eine Frau an der Spitze der Kammer? Bis dahin wird wohl noch viel Wasser den Inn hinunterrinnen
“Bäuerin sein ist mehr Berufung als Beruf“
Stolz ist man in der Kammer, dass sich immer mehr Frauen fort- und weiterbilden, wie die Leiterin der Lehrlings- und Fachausbildungsstelle Nikola Kirchler weiß: „Wir bieten in Summe 16 verschiedene Berufsbilder an – teilweise haben wir eine Frauenquote von 50 Prozent.“ Der Anteil jener, die einen Hof übernehmen, liegt aktuell bei 30 Prozent!“
Eine davon ist eben Martina Gutleben, die auch stolze landwirtschaftliche Meisterin ist, ihre Schwester Barbara ist die „Winzerin“ (Facharbeiterin für Weinbau und Kellerwirtschaft in Tirol genannt) am Hof. Gemeinsam „schupfen“ sie das elterliche Erbe – natürlich nach wie vor mit tatkräftiger Unterstützung der Eltern. Und wenn Mama Maria sagt, dass „Bäuerin sein mehr Berufung als Beruf“ ist, trifft sie den Nagel auf den Kopf. Ohne Frauenpower am Bauernhof geht eben nichts mehr!
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