"Ich freue mich sehr, dass ich hier sitzen darf, um die Geschicke der Austria voranzutreiben", sagte Baumgartner in seinem ersten Statement. Am Vortag war der Ex-Spieler der "Veilchen" (1987 bis 1989) als neuer starker Mann auf der Trainerbank vom Aufsichtsrat der Favoritner abgesegnet worden. Der in der vergangenen Saison bei Zweitligist SKN St. Pölten engagierte Baumgartner erhielt einen Vertrag für zwei Jahre samt Option.
"Ich kenne die Historie der Trainer bei der Austria"
Er ist der 30. Trainer der Austria seit 1990. Angst vor der Aufgabe habe er nicht, versicherte der ehemalige Stürmer. "Ich kenne die Historie der Trainer bei der Austria. Ich will natürlich länger hier arbeiten, hier etwas erreichen", stellte Baumgartner klar. Mitziehen müssten jedoch alle. "Ich erwarte von mir selbst sehr viel. Das werde ich auch von den Spielern einfordern."
Diesbezüglich ließ Baumgartner mit einer klaren Ansage aufhorchen. "Für mich ist es wichtig, dass ich schnell Zugang zu den Spielern bekomme, sie schnell erreiche. Trotzdem werde ich meine Linie durchziehen. Spieler, die weg wollen, werden wir nicht brauchen", sagte Baumgartner, ohne Namen zu nennen. Dass es - angeführt von Philipp Hosiner - bei der Austria den einen oder anderen Akteur gibt, der den Sprung ins Ausland anstrebt, ist aber ein offenes Geheimnis.
Eigentlich nur dritte Wahl nach Hütter sowie Schmid
Nach einer schwachen Meisterschaft, die im Verpassen eines internationalen Startplatzes gipfelte, wartet auf Baumgartner eine fordernde Aufgabe. Eigentlich nur die dritte Wahl nach dem nunmehrigen Salzburg-Trainer Adi Hütter sowie dem vom 1. FC Köln nicht losgeeisten Manfred Schmid, wird sein Engagement von einigen Austrianern mit Skepsis beobachtet. Dass Baumgartner noch nie in der höchsten Spielklasse am Werk war, ist ein Kritikpunkt.
Dabei ging es für den als in der Kabine mitunter forsch geltenden Trainer in den vergangenen Saisonen rasant bergauf. Seine ersten Sporen als Coach verdiente sich Baumgartner in der Red-Bull-Akademie. 2012/13 arbeitete der Oberndorfer noch in der Regionalliga West für den Red-Bull-Kooperationsklub Pasching, im September 2013 folgte der Wechsel zu St. Pölten. Bei beiden Stationen überzeugte der Cup-Spezialist. Aggressives Pressing soll künftig auch bei der Austria zu sehen sein.
"Nebenbei muss man noch guten Fußball spielen"
Als Vorbild fiel der Name Dortmund, das System der Borussia diente laut Baumgartner auch Salzburg als Blaupause. Er wisse aber auch, dass Erfolg allein bei der Austria nicht genug sei. "Nebenbei muss man noch guten Fußball spielen." Am Mittwoch verabschiedete sich Baumgartner, der von St. Pölten Renato Gligoroski als Co-Trainer mitnimmt, aber einmal in den Urlaub. Zum Trainingsstart der Austria am 10. Juni sollen die Batterien aufgeladen sein.
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