Auch wenn die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen den Metropolen Wien und Bratislava „bereit“ ist, braucht es noch Zeit. Was dahinter steckt und die ungeklärte Rolle eines „Sonderbeauftragten für grenzüberschreitende Eisenbahnangelegenheiten“.
Offiziell ist es eine hochmoderne Verbindung zweier Hauptstädte: Der sogenannte „Marchegger Ast“ ist als Hochleistungsstrecke für Zug-Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h ausgebaut und elektrifiziert worden. Allerdings: Von dieser Tempoerhöhung, die die Fahrzeit zwischen Wien und dem Zentrum von Bratislava laut Plan von 66 auf 40 Minuten verkürzt, dürfte seit der Wiedereröffnung im vergangenen Oktober die Pendler aus der Region nicht allzu viel Nutzen haben.
Ich habe lieber pünktliche Züge, als dass salbungsvoll ein Streckenausbau verbal zelebriert wird, wenn sich die Situation nicht verbessert.
Elisabeth Götze, Grüne
Anfrage über „Marchegger Ast“ liegt ab heute, Freitag, offiziell vor
Denn nun liegt das brandneue Ergebnis einer parlamentarischen Anfrage der Grünen Nationalratsabgeordneten Elisabeth Götze an Infrastrukturminister Peter Hanke vor: Fast jeder 10. Zug verspätet sich auf dieser Strecke, analysiert die Verkehrssprecherin die nun vorgelegten Daten. „Dazu kommen zahlreiche Zugausfälle, deren Anteil trotz riesiger Investitionen unverändert hoch ist. Angesichts der Investitionen völlig inakzeptabel – kurzum: Für Pendler, die zur Arbeit zu spät kommen, spielen diese theoretischen 200 km/h keine Rolle.“ Die Chuzpe: „Das wäre doch das ideale Einsatzgebiet für Gerald Klug, seines Zeichens Ex-Minister für Verkehr: Hanke hatte ihn Anfang September ja zum ,Sonderbeauftragten für grenzüberschreitende Eisenbahnangelegenheiten’ ernannt“, so Götze. Aber in der heute, Freitag, veröffentlichten parlamentarischen Anfrage wird auf die Leistungen dieses „Beauftragten“ nicht einmal eingegangen. Dafür heißt es: „Die langfristig geplanten slowakischen Zuggarnituren hätten noch keine Zulassung für den Betrieb.
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