Den spanischen Fußball hat er stets im Blick. Das liegt freilich schon daran, dass der Katalane das B-Team des FC Barcelona in die zweite Liga führte, dort vor drei Jahren Torschützenkönig wurde. Oder daran, dass Jonatan Soriano dank 31 Treffer für Double-Gewinner Salzburg das Ranking des "Goldenen Schuh" für Europas besten Torjäger auf Platz fünf abschloss.
"Real ist als Team nicht so gut"
Nämlich hinter Sieger Cristiano Ronaldo, der Real am Samstag im Finale der Champions League gegen den Madrider Stadtrivalen Atlético zum Triumph führen soll. "Wenn er in Fahrt kommt, wird's schwierig", sagt Soriano vorerst, was für viele bekannt ist – um dann doch mit seiner Expertise aufhorchen zu lassen: "Real hat den großen Namen, ist aber als Team nicht so gut – da hängt zu viel von Ronaldo ab."
Der Portugiese, zuletzt angeschlagen, brennt bereits auf die Partie in seiner früheren Heimatstadt Lissabon: "Ich werde bis zum Finale 100 Prozent fit sein. Wir arbeiten die ganze Saison für solche Spiele und um sie auch zu gewinnen."
Bei Atletico ist das Kollektiv gefragt
Abwarten. Für Soriano ist Real jedenfalls der 55-zu-45-Favorit, würden Kleinigkeiten den Unterschied ausmachen. "Schon eine Aktion kann alles entscheiden", vermutet der 28-Jährige, der bei Meister Atlético angesichts des Ausfalls von Topstürmer Diego Costa noch mehr das Kollektiv gefordert sieht: "Da gibt's auch andere, die offensiv viel bewegen können."
Etwa David Villa, Rekordtorschütze des spanischen Nationalteams, der schon 2011 mit Barça die Champions League gewann. Nun steht er wieder im Finale – in dem diesmal zwei spanische Teams um den Titel kämpfen. Erstmals aus ein und derselben Stadt. Aus Madrid. "Das ist schon etwas Besonderes, bewegt das ganze Land", verrät Soriano mit eben dieser Gewissheit, den Fußball in seiner Heimat im Blick zu haben.
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