Nach den Faschingsfeiern mit Krapfen beginnt für viele Steirer und Steirerinnen mit dem heutigen Aschermittwoch die Fastenzeit. Ganze 40 Tage gilt es durchzuhalten. Verzicht hat viele Gesichter – das zeigt sich bei der Fasten-Challenge unserer Redaktion.
Sieben Redakteure und Redakteurinnen der „Steirerkrone“ haben sich vorgenommen, zu fasten. Wer auf was verzichten wird, lesen Sie hier. Wir halten Sie in den kommenden Wochen auf dem Laufenden!
Die Bim kommt erst in sieben Minuten, das Handy wird sofort gezückt, ein orange-rosa Kreis nach dem anderen angeklickt. Das ist aber eine coole Jacke! Aha, wo sind die da auf Urlaub? Schwups, sind sieben Minuten, die Straßenbahnfahrt und der halbe Feierabend um. „Nur noch eine Instagram-Story“ sich einzugestehen, das es nie bei einer bleibt, fällt schwer! In der Fastenzeit will ich auf die mich vermeintlich glücklich machenden rosa Kreise verzichten. Von Kindern fordern wir weniger Social-Media-Zeit. Schaffe ich es selbst?
Als ich Ende der Nullerjahre erstmals die „Steirerkrone“-Redaktion betreten habe, war das Team in Summe männlicher, älter – und lebte im Schnitt viel ungesünder. Heute sind wir jünger, weiblicher – und der „Lifestyle“ hat sich stark verändert. Fühlte ich mich einst als fitter Jungspund, so sehe ich heute die Kolleginnen mit ihren Salaten und gesunden Bowls in der Essnische sitzen. Wenn ich mich mit einem Schinkenkornspitz vorbeischleiche, bekomme ich (41) eine Ahnung, wie es ist, ein alter Mann zu sein. Daher ab jetzt Fleischverzicht!
Eigentlich halte ich nichts vom Fasten. Wenn ich Gewohnheiten ändern will, dann lieber gleich langfristig. Ich mache gerne Sport und esse gerne Süßigkeiten – das ist für mich kein Widerspruch. Aber dann ist eine Frage aufgepoppt: Bin ich süchtig oder kann ich theoretisch jederzeit verzichten? Wir alle wissen, dass Zucker auf unser Gehirn wie eine Droge wirkt. Mir geht es nicht um die Kalorien, sondern um die Selbstbestimmtheit. Und damit ich es gleich gesagt habe: Bei den bevorstehenden Geburtstagen werde ich eine Ausnahme machen.
Tomaten aus Spanien, Heidelbeeren aus Peru: Regionalität und Saisonalität sind in Supermarktregalen – entgegen der blumigen Werbebotschaften – weitestgehend abgeschafft. Für winterliche Vitaminschübe greife ich sowieso lieber zum steirischen Kronprinz oder zum schwarzen „Radi“. Aber zugegeben: Konsequent ziehe ich diesen Konsum-Patriotismus nicht durch. Das soll sich in der Fastenzeit ändern. Zumindest was Grundnahrungsmittel angeht, will ich, so weit machbar, auf weitgereiste Importware verzichten.
Die Frage nach meinem größten Laster beschäftigte mich lange. Fleisch? Esse ich nicht viel. Alkohol? Fehlt mir nicht. Süßigkeiten? Schaffe ich nicht. Sie sind mir aber mit Abstand der größte Dorn im Auge. Egal, ob Kekse, Kuchen oder Schokolade – der klassisch österreichische „Mehlspeismagen“ ist bei mir gut ausgeprägt. Um den Kalorien dennoch den Kampf anzusagen, werde ich in den nächsten Wochen fitter leben. Mindestens dreimal pro Woche steht ab jetzt Sport am Programm, dann fällt Süßes auch nicht mehr ins Gewicht
Fasten? Nicht mit mir! Das Leben ist viel zu kurz dafür. Wenn ich etwa das Verlangen nach Süßem habe, nur her mit der Schoko. Ich achte ohnehin auf meine Ernährung, meide Fast-Food-Läden und Softdrinks wie der Teufel das Weihwasser. Ich faste auf andere Weise. Nach dem Morgenkaffee weg mit dem Handy und rauf aufs Laufband. Und abends heißt es: Buch statt TV-Kastl. Was ich lese? „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde. „Der einzige Weg, Versuchungen loszuwerden, ist ihnen nachzugeben“, steht darin. Also her mit der Schoko.
Das Mobiliar gibt’s ja schon seit Jahren in unserer Redaktion. Einzig: Allzu oft habe ich noch nicht davon Gebrauch gemacht. Die zwei Knöpfe mit den Pfeiltasten unter der Schreibtischplatte sehen aus wie neu. Das soll sich in den kommenden Wochen ändern, das Sitzfleisch wird geschont, die Platte auf Nabelhöhe hinaufgefahren. So unrecht kann die Armada der Arbeitsmediziner ja nicht haben, heuer wird sitzgefastet und im Büro im Zweifelsfall gestanden. Der Couchtisch zu Hause hat diese Funktion bedauerlicherweise nicht
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