WM-Serie - Teil 13

Luis Suarez: Der “Kannibale von Amsterdam”

Sport
18.05.2014 08:47
Was würden Sie für die große Liebe tun? Auf den Männerabend im Stammlokal verzichten? Eine Schnulze im TV über sich ergehen lassen, während parallel eine Fußball-Übertragung läuft? Oder zum Jahrestag den "Holland Blumenmark" aufkaufen.

Luis Suarez wechselte als 19-Jähriger 2006 von Uruguays Fußball-Aushängeschild Nacional Montevideo zum niederländischen Mittelständler Groningen – um in zweistündiger Flugweite seiner in Barcelona lebenden Freundin Sofia zu sein. Das Talent des Vollblutstürmers blieb aber nicht lange verborgen, zehn Tore in der niederländischen Ehrendivision später wechselte er für 7,5 Millionen Euro zu Ajax Amsterdam. "Luis ist sehr sensibel. zweimal wollte er mit dem Fußballspielen aufhören. Einmal als sein Vater Rodolfo die Familie verließ und als seine Freundin wegzog", weiß Wilson Pirez, ein Talentescout, der Suarez als Kind bei Nacional Montevideo untergebracht hat.

Zwischen der Liebe zu seiner Frau und dem runden Leder steckte aber auch eine gehörige Portion Wahnsinn. In Amsterdam wird Suarez noch heute "der Kannibale von Ajax" genannt. Nicht wegen seiner 111 Tore, sondern weil er Eindhovens Otman Bakkal in die Schulter gebissen hatte, Selbiges tat er 2013 bei Chelseas Ivanovic. 2011 soll er Manchester Uniteds Patrice Evra rassistisch beschimpft haben. Im WM-Viertelfinale 2010 verhinderte er mit der Hand den Siegtreffer Ghanas gegen Uruguay. Dafür sah er zwar Rot, doch Gyan verschoss den darauffolgenden Elfmeter. Anschließend gewann Uruguay im Elfmeterschießen und zog ins WM-Halbfinale ein.

Im Team ist Suarez der unumschränkte Star. Und das ganze Land zählt auch in Brasilien auf den Rekord-Teamtorschützen. Pirez: "Es würde mich nicht wundern, wenn sie in Uruguay eines Tages ein Stadion nach ihm benennen würden." Mit dem WM-Pokal in der Hand wohl schon früher als erwartet.

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