In seiner neuen Rolle als Sprecher des Vorstandes der Lustenauer sieht sich Christoph Wirnsperger als Moderator und Koordinator. Den Verein und auch die Mannschaft sieht der Ex-Finanzchef der Grün-Weißen auf einem sehr guten Weg.
Bei der letzten Jahreshauptversammlung von Austria Lustenau im vergangenen November wurde Christoph Wirnsperger zum neuen Vorstandssprecher gewählt. Mit der „Krone“ sprach der Unternehmer, der zuvor die Finanzen des Klubs betreut hatte war, über seine Visionen für die Grün-Weißen.
Seit 2019 war Ur-Lustenauer und Vorstandssprecher Bernd Bösch so etwas wie das Gesicht der Austria. Nun sind Sie in seine Fußstapfen getreten. Wie ist – als Nicht-Lustenauer – Ihre enge Verbindung zum Verein entstanden?Christoph Wirnsperger: Eigentlich bin ich ein Bludenzer, doch zwei meiner Söhne spielen bei der Austria. Dadurch bin auch ich beim Verein gelandet, der nun zur Herzenssache für mich geworden ist. Ich werde heuer 65 und kann mir vorstellen, für zwei, drei Jahre die Funktion des Vorstandssprechers auszuüben. Ich wünsche mir, dass danach jemand Jüngerer nachfolgen wird.
Sie sind seit dem Umbruch 2019 im Vorstand. Wie hat sich die Austria entwickelt?
Christoph Wirnsperger: Wir sind sicher besser organisiert, haben uns infrastrukturell weiterentwickelt. Viel hat uns dabei geholfen, dass der Verein als „Marke“ auch außerhalb des Landes ein Begriff ist. Das ist ganz klar ein Verdienst unserer Vorgänger, die das aufgebaut haben. Durch das neue Stadion ist zudem eine Aufbruchsstimmung entstanden.
Als Vermögensverwalter mit eigenem Unternehmen sind Sie mehr in der Finanzwelt zu Hause. Wie ist es nun, bei einem Verein an der vorderen Front zu stehen?
Christoph Wirnsperger: Ich sehe meine Rolle in erster Linie als Moderator und Koordinator und möchte klare Strukturen und Aufteilungen. Eines werde ich aber sicher nicht tun: mich ins Sportliche einmischen, denn dazu fehlen mir die fachlichen Qualifikationen.
Dafür waren Sie hauptverantwortlich dafür, dass die Kooperation mit Core Sports Capital (CSC) entstand. Wie beurteilen Sie diese Zusammenarbeit?
Christoph Wirnsperger: Als wir vom Vorstand 2019 den Verein übernahmen, war für uns klar, dass wir sportliche Kompetenz von außen benötigen. Mit Ahmet Schaefer, den ich persönlich kannte, sind wir dann an den richtigen Partner geraten. Für uns als Verein wäre es niemals möglich, ein solch internationales Netzwerk aufzubauen. Ohne CSC wären viele Spieler gar nicht zu uns gekommen und wir könnten auch kaum Transfererlöse erzielen. Wir werden uns in den kommenden Tagen zusammensetzen und besprechen, wie wir die Kooperationen wieder intensivieren. Sowohl für Clermont als auch für uns waren die letzten zwei Saisonen mit den Abstiegen jeweils nicht leicht.
Die Verpflichtung des Stürmers Asumah Abubakar kam durch eine spezielle VIP-Karten-Aktion zustande. Fans und Gönner gingen quasi in „Vorleistung“. Kam da genügend Geld zusammen?
Christoph Wirnsperger: Ja, eine Ausfinanzierung war uns enorm wichtig. Die Aktion wurde gut angenommen. Hinzu kam noch ein Sponsor, der etwas dazu gezahlt hat.
Bedeutet dies, dass man im Frühjahr nun voll angreifen will und den Aufstieg anvisiert?
Christoph Wirnsperger: Mit dem Wort „Aufstieg“ gehe ich eher vorsichtiger um, weil jeder weiß, wie schwierig das wird. Aber die Mannschaft hat sich dieses Ziel intern selbst gesteckt und deshalb haben wir uns auch dafür entschieden, noch einen zusätzlichen Spieler für die Offensive zu holen.
Die Zweite Liga steckt in der Krise und ist unattraktiv. Als Vorstandssprecher werden Sie bei Besprechungen der Bundesliga Lustenau vertreten. Glauben Sie, es wird sich am Ligaformat etwas ändern?
Christoph Wirnsperger: Es wird eine Reform brauchen. Es gibt ja auch Bestrebungen seitens der Bundesliga. Wie genau diese aussehen soll oder kann, ist aber zu diesem Zeitpunkt noch ungewiss.
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