Zu Tode gequält

Bub (3) verhungert: Eltern wegen Mord vor Gericht

Tirol
04.02.2026 19:00

Ein Verbrechen, das ganz Österreich erschüttert hat, kommt nun vor Gericht: Am kommenden Montag müssen sich die Eltern jenes dreijährigen Buben verantworten, der im Mai 2024 in Tirol qualvoll verhungerte. Die Anklage lautet auf Mord, Quälerei und Freiheitsentziehung – den beiden 27-Jährigen droht lebenslange Haft.

Was Ermittler über Monate ans Licht brachten, lässt selbst erfahrene Kriminalisten fassungslos zurück. In einer Wohnung im Tiroler Ebbs (Bezirk Kufstein) soll ein kleiner Bub von seinen eigenen Eltern systematisch gequält, isoliert und schließlich bewusst dem Tod ausgeliefert worden sein.

Der Dreijährige wog bei einer Körpergröße von 94 Zentimetern nur noch sieben Kilo – nicht einmal die Hälfte des Normalgewichts. Er starb an den Folgen schwerster Unterernährung und Flüssigkeitsmangels.

Eltern wähnten „Dämon“ in Bub
Laut Anklage der Staatsanwaltschaft Innsbruck wurde das Kind über Monate hinweg auf grausamste Weise misshandelt. Die Eltern sollen den Buben vom Familienleben ausgeschlossen, weggesperrt, gefesselt, geschlagen und gedemütigt haben. Teilweise sei er stundenlang nackt eingesperrt gewesen – ohne Licht, ohne Hilfe, ohne Essen.

Im Schwurgerichtssaal des Innsbrucker Landesgerichtes kommt es zum Prozess.
Im Schwurgerichtssaal des Innsbrucker Landesgerichtes kommt es zum Prozess.(Bild: Johanna Birbaumer)

Die Anklage spricht von einem gezielten Vorgehen: Ziel sei es gewesen, das Kind „möglichst qualvoll zu töten“. Die Eltern sollen ihre Taten sogar in Chats besprochen und mit Fotos und Videos dokumentiert haben.

Besonders verstörend: Die Mutter gab bei Einvernahmen an, in dem Kind habe ein „Dämon“ gewohnt. Dieser sei für die finanziellen Probleme der Familie verantwortlich gewesen. Ein gerichtspsychiatrisches Gutachten attestierte beiden Eltern zwar eine Persönlichkeitsstörung mit sadistischen Zügen, dennoch gelten sie als zurechnungsfähig.

Der Vater zeigte nach seiner Festnahme Reue, hatte aber zuvor offenbar versucht, das Verschwinden des Kindes zu verschleiern. Die Großeltern seien mit Ausreden abgespeist worden, während die verbliebenen Geschwister sie weiterhin besucht haben.

Prozessstart ohne Zeugen
Am Montag beginnt der Mordprozess vor dem Landesgericht Innsbruck. Drei Sachverständige – darunter die bekannte Gerichtspsychiaterin Adelheid Kastner – werden gehört, Zeugen sind keine geladen. Ein Urteil wird noch am selben Tag erwartet.

Den Eltern droht im Falle einer Verurteilung lebenslange Haft, der Mutter zudem die Einweisung in eine Anstalt. Die Geschwister des getöteten Buben wurden nach der Festnahme der Eltern bei Pflegefamilien untergebracht.

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