Reform im Landtag

Schulassistenz: Es geht um Vertrauen – und Geld

Tirol
02.02.2026 09:00

Im Tiroler Jänner-Landtag ist die Reform der Schulassistenz einer der wichtigsten Punkte. Es geht um Vertrauen – und um viel Geld: Knapp 25 Millionen Euro hat die Landesgesellschaft KIB für die Personalsuche zur Verfügung, doch diese wird immer schwieriger.

Schulassistenz unterstützt Kinder und Jugendliche mit Behinderung dort, wo sie im Schulalltag Hilfe brauchen: im Unterricht, bei Schulevents oder in der Freizeit. Die Assistenten erklären Aufgabenstellungen, unterstützen die Kinder dabei, Kontakte mit Mitschülern zu knüpfen, helfen beim Toilettengang oder Essen.

Landesgesellschaft Dienstleister für Gemeinden
Organisatorisch angesiedelt ist die Schulassistenz bei der Kinder Bildung Tirol GmbH (KIB), einer Landesgesellschaft, die 2023 durch das Land Tirol gegründet wurde. Das Unternehmen kooperiert mit Schulerhaltern und Schulleitungen beim Personalmanagement für Schulassistenz, Freizeitbetreuung sowie administrativer Assistenz.

KIB-Personalstand um 50 % gewachsen
Der Personalstand der KIB ist seit ihrer Gründung deutlich angestiegen – und zwar von rund 600 auf etwa 900 Bedienstete in ganz Tirol. In der Verwaltung sind laut einer aktuellen Aufstellung von Soziallandesrätin Eva Pawlata (SPÖ) 35 Bedienstete beschäftigt, an den Schulen 871. Davon 180 in der Freizeitbetreuung, 427 in der Schulassistenz, 194 in einem Mischdienst aus beidem und 70 in der administrativen Assistenz.

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Gerade die Personalsuche bei der Schulassistenz gestaltet sich schwierig, da der Bedarf in jedem Schuljahr steigt. 

Sozial-Landesrätin Eva Pawlata (SPÖ)

Herausfordernde Situationen
Das Durchschnittsgehalt einer Schulassistenz bei einer Vollzeitbeschäftigung (37 Stunden) beträgt 2566 € (brutto, Wert aus 2025), 14 Mal pro Jahr. Das Gehalt steigt aber je nach Ausbildungsstand an.

Als besonders herausfordernd gestalte sich laut Pawlata die Koordination im Falle von Krankenständen und kurzfristigen Kündigungen. Dies bedeute einen hohen Bedarf an Springerpersonal. Derzeit seien alleine für den Bereich Innsbruck mehr als 100 Personen für Springerdienste beschäftigt. „Gerade die Personalsuche gestaltet sich schwierig, da der Bedarf in jedem Schuljahr steigt“, berichtet Pawlata. „Aus meiner Sicht ist die KIB trotz aller Herausforderungen ein absolutes Erfolgsmodell“, betont sie.

Betreuungsschlüssel als Kernelement 
Der Reformbedarf ist also der immer schwieriger werdenden Personalrekrutierung geschuldet. Der Betreuungsschlüssel von 1:1 führe zudem zu „unverhältnismäßig hohen Kosten“, kritisierte der Tiroler Städtebund im Juli 2025 nach Vorliegen einer Studie im Auftrag der Stadt Innsbruck. In anderen Bundesländern sei ein Schlüssel von 1:4 gang und gäbe.

Bildungs-LR Hagele verteidigt Reform
Die ÖVP kritisierte im Landtag bereits mehrfach die gleichzeitige Gegenwart von mehreren Schulassistenten in einem Klassenraum. „Das ist organisatorisch schwierig, teuer und nicht immer im Sinne der Kinder“, hielt Bildungs-LR Cornelia Hagele (ÖVP) fest, „mit der Reform bündeln wir die Ressourcen besser und sorgen dafür, dass die Unterstützung wirklich bei jenen Kindern ankommt, die sie brauchen.“

Das Budget der KIB betrug im Vorjahr 21 Millionen Euro, für heuer sollen es rund 25 Millionen Euro sein.

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