Vermeintliche Bankmitarbeiter wollten einer 65-Jährigen in Leoben Tausende Euro abknöpfen – doch die Frau wurde misstrauisch und schaltete die Polizei ein. Als es spätnachts zur Geldübergabe kommen sollte, warteten Polizisten schon auf den „Kurier“ und nahmen ihn fest.
Laufend kommt es in der Steiermark zu Telefonbetrügereien, bei denen viele Menschen oft um Unsummen an Geld oder Wertgegenstände gebracht werden. Diese Woche ist es der steirischen Polizei gelungen, dreisten Telefonbetrügern das Handwerk zu legen.
Mittwochabend erstattete eine 65-jährige Frau aus dem obersteirischen Leoben Anzeige. Die Frau gab an, von einem vermeintlichen Bankmitarbeiter kontaktiert worden zu sein. Demnach sollte die Frau mehrere tausend Euro an einen Kollegen der Bank übergeben, um dieses in einem Bankschließfach zu verwahren.
Polizisten warteten auf „Kurier“
Der Anrufer vereinbarte mit der Frau einen Abholtermin an ihrer Wohnadresse zu einem späteren Zeitpunkt am Abend. Nach der Anzeige positionierten sich mehrere Streifen sowie Zivilbeamte in der Nähe des Mehrparteienhauses.
Der Übergabezeitpunkt wurde von den Betrügern telefonisch mehrfach nach hinten verschoben, schließlich sollte der „Bankmitarbeiter“ um 00:15 Uhr kommen.
Und tatsächlich: Es erschien ein 22-jähriger Niederländer an der Tür des Opfers und nahm ein Kuvert entgegen. Dann schlugen die Zivil-Polizisten zu. Der 22-Jährige versuchte durch das Treppenhaus zu flüchten, wurde von den Beamten aber überwältigt und festgenommen. Ein Polizist wurde beim Fluchtversuch verletzt.
Täter schlugen schon am Vortag zu
Vor dem Wohnhaus hielt die Polizei noch einen Taxifahrer an, der den Niederländer von Wien nach Leoben chauffiert hatte. Laut Polizei konnte dieser aber glaubhaft machen, dass er lediglich gefahren sei und nichts von den kriminellen Absichten seines Fahrgasts wusste.
Nach ersten Einvernahmen stellte sich heraus, dass die 65-Jährige bereits am Vortag Opfer derselben Täter geworden sein dürfte und zwei Bankomatkarten herausgegeben hatte.
Der 22-Jährige verweigerte bisher jede Aussage. Er wird in die Justizanstalt Leoben eingeliefert. Die Polizei ermittelt nun weiter zur Identität der Hintermänner bzw. des Anrufers.
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