Dabei gäbe es wahrlich Tiefgründigeres zu diskutieren, anstatt unseren erfolgreichsten Fußballer aller Zeiten und seine Eltern zu beleidigen: Der Sport führt nämlich in der gesamten Union ein stiefmütterliches Dasein.
Im europäischen Einigungsvertrag von Maastricht 1992 hatte man ihn überhaupt vergessen - weil seine Institutionen nicht als autonom geschützt gewesen waren, hätte in dieser Zeit eine Klage bei einem ordentlichen Gericht etwa gegen eine Sperre, die ja außerhalb des Sports als Berufsverbot gilt, zum Zusammenbruch des gesamten Systems führen können.
Beim Vertrag von Lissabon 2007 korrigierte man dieses juristische Versehen zwar und schuf im Artikel 165 sogar eine eigene EU-Sportförderung, die blieb aber wie so vieles in Brüssel heiße Luft: Während Tausende Vereine auf unserem Kontinent finanziell aus dem letzten Loch pfeifen, wurde dieses Programm sang- und klanglos eingestellt. Stattdessen hat man einen schicken Arbeitsplan ins Leben gerufen, der "drei Prioritäten mit neun Maßnahmen" umfasst. Für die Umsetzung, wann auch immer, sollen sechs verschiedene Expertengruppen sorgen.
Da soll noch einer sagen, die EU lernt nichts von Österreich!
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