Der tägliche und noch jahrelang zu erwartende Wahnsinn aus dem Weißen Haus und die knallharte Strategie Chinas, die uns jederzeit gewaltig erpressen könnte, hat die EU aufgeweckt. Alternative, fixe Partner als Rohstoff- und Absatzmärkte müssen also her. Mercosur, der Handelspakt mit Lateinamerika, ist fertig verhandelt, wenn auch vorerst wegen Einwänden des EU-Parlaments auf Eis.
Doch locker lassen ist keine Option, Beharrlichkeit lohnt sich. Das zeigt der gerade abgeschlossene Handelsvertrag mit Indien. Dieser war schon in Verhandlung, dann folgten neun Jahre Stillstand. Doch nicht zuletzt Trump hat den beiden Wirtschaftsräumen Beine gemacht. Dass die USA nun 50 % Zoll auf indische Güter einheben, ließ die stolzen Asiaten umdenken und hat Europa attraktiv gemacht. Indien hat voriges Jahr Japan überholt und ist bereits die viertgrößte Wirtschaftsmacht der Welt auf dem Sprung zu Platz drei. Das bevölkerungsreichste Land der Erde ist bereits neuntwichtigster Handelspartner der EU. Österreich hat 2024 um gut 1,3 Milliarden Euro Maschinen und andere hochwertige Güter dorthin verkauft, 160 heimische Firmen haben Niederlassungen.
Das BIP pro Kopf hat sich seit 2020 verdoppelt, und das Wachstum übertrifft mit 6–7 % im Jahr klar jenes von China. Ökonomen meinen daher, dass der Pakt mit Indien noch mehr Chancen für uns bietet als Mercosur. Brüssel verhandelt zudem gerade ein Abkommen mit Australien, Verträge wie Ceta (mit Kanada) und Japan gibt es bereits – ohne Untergang des Abendlandes. Mut und Zug zum Tor zahlen sich aus.
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