Der Winter zeigte den Fisser Fasnachtlern am Sonntag im Schneegestöber ordentlich die Zähne, doch die wackeren Blochzieher zogen ihr Ding durch. Am Ende triumphierten der Frühling und das Gute.
Es war ein mystisches Spektakel mit Tiefgang: Tausende Fasnachtsfans säumten die engen Gassen in Fiss, um den uralten Brauch des Blochziehens mitzuerleben. 12.30 Uhr, die Kirchenglocken erklingen, endlich hat das geduldige Warten ein Ende. Die ersten „Juchzger“ der Hexen und endlich die Klänge der „Schallner“ – das erste Auftreten der Gegensätze Gut und Böse.
Und den zweiten Sinn des Fisser Blochziehens, das längst zum Kulturerbe der Unesco zählt, der Kampf gegen den Winter, konnte man im aktuellen Schneegestöber besser nicht in Szene setzen. Alle Kräfte brachen vereint auf, um den Boden für die kommende Saat aufzubrechen.
Bloch brachte 26.600 Euro für einen guten Zweck
Diesen Akt der Fruchtbarkeit sollte symbolisch der Bloch, eine 30 Meter lange und sechs Tonnen schwere Zirbe, erledigen. Der Fuhrmann – heuer Leitfigur – weist den rund 60 „Ziehern“ die Positionen zu.
Mit dem Start des Zuges beginnt zugleich das lebhafte Spiel der Figuren: Bärentreiber, Jäger, Schallner, Mohrelen – alle packen an, während der Bajatzl mit seinen Darbietungen auf den Hausdächern die Kinnlade der Masse öffnet. Kampf der Gegensätze – der „Schwoaftuifl“ und die Hexen versuchen das Vorankommen des Bloches zu verhindern.
Versteigerung für guten Zweck
Als dies zu gelingen scheint, wird der Trupp verstärkt: Der Bär und der „Miasmann“ werden eingefangen und vor die Deichsel gespannt. Möge der Winter an diesem Tag gesiegt haben. Letztendlich wird er Verlierer sein, weil der Bloch am „Fonnesplatz“ angekommen ist, wo er traditionell wieder für einen guten Zweck versteigert wurde.
„Speckkaiser“ Karl Handl ließ sich die Zirbe 26.600 Euro kosten. Am kommenden Sonntag steht bereits das nächste Großereignis an – das Schellerlaufen in Nassereith.
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