"Die von Sterling geäußerten Ansichten sind zutiefst beleidigend und schädlich. Dass sie von einem NBA-Teambesitzer kommen, macht den Schaden noch größer und empört mich", betonte Silver und kündigte an, dass er dem NBA-Verwaltungsrat vorschlagen werde, Sterling zu einem Verkauf der Clippers zu drängen. Der Immobilienmogul hatte den Klub aus Los Angeles 1981 für 12,5 Millionen Dollar erworben und ist somit der dienstälteste Team-Besitzer der NBA.
Klubbesitzer ziehen mit
Für einen derartigen Schritt sind 75 Prozent der Stimmen des aus den 30 NBA-Klub-Eigentümern bestehenden "Board of Governors" notwendig. "Ich habe mit mehreren Besitzern gesprochen, und sie haben mir ihre volle Unterstützung zugesagt", verriet Silver. Sterling ist durch die Sanktionen von sämtlichen NBA-Aktivitäten ausgeschlossen. Er darf weder das Clippers-Gelände, noch NBA-Spiele oder Trainingseinheiten besuchen.
Afroamerikaner beleidigt
Sterling war auf zwei veröffentlichten Audio-Aufzeichnungen zu hören, wie er im Gespräch mit seiner Freundin diskriminierende Bemerkungen gegen Afroamerikaner gemacht hatte. Unter anderem forderte er sie dazu auf, sich nicht öffentlich mit ihnen zu zeigen. Damit hatte er zahlreiche Proteste ausgelöst. "Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass der Mann auf den Aufzeichnungen Mister Sterling ist und dass die abscheulichen Meinungen ebenfalls die von Mister Sterling sind", stellte Silver klar.
"Es besorgt mich sehr, dass du dich in der Öffentlichkeit mit schwarzen Menschen abgibst", ist unter anderem einem der Mitschnitte zu hören. Zahlreiche Spieler und Trainer der NBA, aber auch Musik-, Schauspielgrößen und Politiker zeigten sich empört. US-Präsident Barack Obama nannte die Aussagen "unglaublich rassistisch beleidigend".
Bereits vor der drakonischen Strafe durch die Liga hatten deshalb mehrere Sponsoren der Clippers ihre Konsequenzen gezogen und ihr Engagement beim NBA-Team beendet bzw. dieses bis zur Aufklärung der Affäre ausgesetzt. So kündigte Mercedes Benz an, das Sponsoring einzustellen, auch die Fluglinie Virgin America entschloss sich zu diesem Schritt, Red Bull legte die Partnerschaft zunächst auf Eis.
Nicht Sterlings erster rassistischer Aufreger
Sterling war bereits in der Vergangenheit mit rassistischen Entgleisungen abseits des Sports unangenehm aufgefallen und stand im Fokus mehrerer Prozesse. Im November 2009 stimmte er der Zahlung von 2,73 Millionen Dollar, 1,97 Millionen Euro, zu, da er sich geweigert hatte, Apartments an Latinos, Afroamerikaner und Familien mit Kindern zu vermieten.
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