Trotz der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump sind österreichische Unternehmen in den USA „vorsichtig optimistisch“, sagte der WKÖ-Wirtschaftsdelegierte in Washington D.C., Thomas Moschig. Unternehmen hätten gezwungenermaßen Wege gefunden, mit der US-Zollpolitik umzugehen. Die USA bleiben ein wichtiger Markt für österreichische Exporte und Direktinvestitionen.
„Der Konsumhunger ist trotz belastender Themen wie Zölle und Inflation nach wie vor ungestillt“, beschrieb Wirtschaftskammer-Vertreter Moschig gegenüber der APA die aktuelle Stimmung in den USA. Die rund 1000 österreichischen Niederlassungen in den USA könnten insbesondere in „aussichtsreichen Sektoren“ wie Maschinenbau, Luft- und Raumfahrt, Pharmaindustrie und im Automobilsektor punkten. Diese Bereiche seien auch „Stärkefelder“ der heimischen Wirtschaft.
„Methodik finden, mit den Themen umzugehen“
„In den USA ist es natürlich jetzt schon so, dass die Zollpolitik gekommen ist, um zu bleiben“, sagte Moschig. Trotzdem verzeichneten laut WKÖ 20 Prozent der österreichischen Niederlassungen in den USA im Jahr 2025 einen Anstieg bei Auftragslage und Gesamtumsatz. Viele der Unternehmen hätten rund um Zölle nun „Klarheit, in welche Richtung die Politik geht“. „Wenn man eine Methodik findet, mit diesen Themen umzugehen, dann sieht man die Zukunft auch positiver“, so Moschig.
USA zweitwichtigster Exportmarkt für Österreich
Österreich hat den weltweit größten Handelsbilanzüberschuss mit den USA, dem zweitwichtigsten Exportmarkt des Landes. Direkte Exporte in die USA tragen laut WKÖ-Angaben rund 1,7 Prozent zum heimischen BIP bei. Zu den wichtigsten Exportprodukten zählten 2024 pharmazeutische Erzeugnisse, gefolgt von Zugmaschinen, Kraftfahrzeugen und Motorrädern. Damals stiegen die Exporte laut WKÖ im Vergleich zur Vorjahresperiode um 10,1 Prozent auf insgesamt 16,2 Mrd. Euro an – allerdings brachen die Exporte bis zum Juli 2025 im Rahmen der US-Zollpolitik um 14,4 Prozent ein.
Über Produkte hinaus haben Österreichs Unternehmen auch viel in den USA investiert. Zwischen 2015 und 2023 stiegen heimische Direktinvestitionen laut WKÖ um 75 Prozent auf 17,4 Mrd. Euro. Nach Angaben der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) betrug das Gesamtvolumen der Investitionen zuletzt 23,7 Mrd. Euro. Dadurch seien rund 60.000 Arbeitsplätze in den USA geschaffen worden.
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