Nachts Angst größer

Neue Umfrage zeigt: Davor fürchtet sich Österreich

Österreich
19.01.2026 06:00

Österreich ist sicher, sagen mehr als 1000 Befragte. Bricht die Nacht an, schwindet jedoch unser subjektives Sicherheitsgefühl. Vor allem Frauen, junge Menschen und Bewohner großer Städte vermeiden dann Parks und bestimmte Stadtteile. Jeder Vierte fürchtet sich vor körperlichen Übergriffen, jeder Fünfte vor Einbrüchen und Raub. 

Wie sicher fühlen Sie sich? Eine Frage, die traditionell das Land spaltet. Weshalb Marketagent in Kooperation mit der FH Wiener Neustadt (Campus Wieselburg) 1010 Österreicherinnen und Österreicher befragte, wie es denn um ihr subjektives Sicherheitsgefühl im Land steht.

71 Prozent sagen, dass sie der Polizei vertrauen.
71 Prozent sagen, dass sie der Polizei vertrauen.(Bild: P. Huber)

Österreich sicher, aber nicht in der Nacht
Die Ergebnisse überraschen, denn 85,8 Prozent halten Österreich prinzipiell für sicher, 91,3 Prozent fühlen sich untertags in ihrer Wohnung sicher. Geht die Sonne unter, zeichnet die Umfrage ein anderes Bild. Im Dunkeln fühlen sich nur noch 70,2 Prozent sicher (davon nur 30,6 Prozent sehr sicher). Bei Frauen sind es gar nur 64,3 Prozent, in Gegenden mit überdurchschnittlich vielen Migranten nur noch 45,3 Prozent.

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Junge fühlen sich weniger sicher und mental stärker belastet. Sie wachsen in einer Zeit multipler Krisen auf, was sich in ihrem Sicherheitsgefühl widerspiegelt.

Marketagent-Chef Thomas Schwabl

Lage wird unsicherer eingeschätzt als vor fünf Jahren
Am unsichersten fühlen sich die Befragten übrigens auf Veranstaltungen (52,8 Prozent fühlen sich hier sicher), beim Ausgehen und im öffentlichen Verkehr. 93,2 Prozent sagen, dass sie sich zu Hause am sichersten fühlen. 44,6 Prozent sagen, daran habe sich in den letzten Jahren nichts geändert, 33 Prozent fühlen sich heute aber eindeutig weniger sicher als vor fünf Jahren, nur 10,2 Prozent sicherer als zuvor. 

Vor Einbrüchen und Raubdelikten fürchten sich 44 Prozent.
Vor Einbrüchen und Raubdelikten fürchten sich 44 Prozent.(Bild: Dmitri Maruta)

Jede zweite Frau hat Angst vor sexueller Gewalt
Was die Österreicher vermeiden: Per Anhalter fahren (59,2 Prozent), Fremden die Tür zu öffnen (50,5 Prozent) und Parks bei Dunkelheit (45,8 Prozent). Was wollen wir damit aus dem Weg gehen? Vor allem körperlichen Übergriffen (52,2 Prozent), bestimmten Personengruppen (50,3 Prozent) oder weil wir uns „komisch“ fühlen (49,9 Prozent). Jede zweite Frau gab dagegen an, Angst vor sexueller Gewalt zu haben, bei jungen Frauen (14 bis 29 Jahre alt) sogar fast sechs von zehn Befragten. Bei Männern überwiegt dagegen die Unsicherheit wegen mangelnder Polizeipräsenz (26,5 Prozent).

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Während Männer sexualisierte Gewalt kaum als Bedrohung wahrnehmen, ist sie für viele Frauen, vor allem junge, ein ständiger Begleiter im Hinterkopf.

Andrea Berger, Marketagent

Nur die Hälfte vertraut auch anderen Menschen
Dass die Medienberichte zu Kriminalität und Sicherheit mehr werden, sehen 73,9 Prozent der Befragten so. 62,2 Prozent fühlen sich dadurch weder unsicherer noch sicherer, 29 Prozent fühlen sich jedoch unsicherer dadurch. Ein Sicherheitsgefühl geben unsere Einsatzkräfte: Der Feuerwehr vertrauen 93 Prozent, der Rettung 89 und auch der Polizei immerhin noch 71 Prozent. Der Justiz vertrauen noch 50,5 Prozent, der Politik nur 12,8 Prozent. 24,1 Prozent sagen, sie könnten sich selbst nicht schützen, 47 Prozent meinen, man könne anderen Menschen nicht vertrauen. 

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