Der Poker um die zehn Olympia-Startplätze in unserem Herren-Team biegt in heiße Phase ein. Drei Tickets für Brasilien? Für viele Trainer ist die Aufteilung „ein riesiger Schwachsinn“.
Die „Krone“ berichtet aus Wengen
Wengen, Kitzbühel, Olympia. Die Wochen der Wahrheit sind da. Jetzt sind Topform und kühler Kopf gefragt. Und Gesundheit. Aufs Händeschütteln wird im Skizirkus - wenn irgendwie möglich – derzeit verzichtet. Marko Pfeifer und sein Trainerteam haben noch genau zehn Tage Zeit, dann müssen mit „Schlusspfiff“ des Kitzbühel-Slaloms (25. Jänner) die zehn alpinen Ski-Herren genannt werden, die Österreich bei Olympia in Bormio vertreten.
Als Fixstarter darf man folgende sieben Mann ansehen: Vincent Kriechmayr, Marco Schwarz, Stefan Brennsteiner, Raphael Haaser, Manuel Feller, Stefan Babinsky und Daniel Hemetsberger. Dahinter beginnt der Poker.
Kampf um Olympia
Angesichts von nur zehn Startplätzen sind natürlich Athleten, die mindestens zwei Disziplinen abdecken können, im Vorteil. Damit haben zum Beispiel Lukas Feurstein (Super-G, Riesentorlauf) oder Joshua Sturm (Slalom, Riesentorlauf) Asse im Ärmel. Für ein Slalom-Ticket kommen aber auch Fabio Gstrein, Michael Matt oder Dominik Raschner ins Spiel. Leistungsexplosionen von den restlichen Teamkollegen in Wengen und Kitz können die Karten aber natürlich noch kräftig durchmischen. Was man ebenfalls auf dem Zettel haben muss: Neben den vier Kerndisziplinen geht es erstmals auch in der Team-Kombi um Olympia-Gold! Da sind also ebenfalls die Abfahrer und Slalom-Artisten gefragt. „80 Prozent des Teams für Olympia habe ich im Kopf“, sagt Pfeifer. „Aber wir fahren noch die Klassiker in Wengen und Kitzbühel, da kann noch sehr viel passieren.“
Wie viele Nationen bei dieser Team-Kombi dann überhaupt dabei sein können, bleibt abzuwarten. Denn die Vergabe der Quotenplätze sorgt einerseits für Kopfschütteln, andererseits für extremen Platzmangel in den Teams. Ein Auszug aus den Herren-Aufgeboten: Schweiz elf Mann, Österreich zehn, Frankreich sechs, Deutschland vier und Brasilien drei! „Einige Nationen können absolute Topfahrer nicht mitnehmen, das geht dann schon am Thema vorbei. Wir hatten zu diesem Thema ein Meeting der Cheftrainer, da meinten viele, dass die Vergabe ,ein riesiger Schwachsinn‘ sei“, berichtet Pfeifer. Falls Brasilien neben Superstar Lucas Braathen keine weiteren Alpinen entsenden kann bzw. möchte, könnte bis 19. Jänner theoretisch noch ein elfter Startplatz an die Österreicher wandern.
Wir hatten zu diesem Thema ein Meeting der Cheftrainer, da meinten viele, dass die Vergabe ,ein riesiger Schwachsinn‘ sei.
Marko Pfeifer
Schwarz: „Da hab ich keinen Bock“
Davon komplett unbetroffen ist Österreichs Super-Allrounder Marco Schwarz. Der bei Olympia wohl in Super-G, Riesentorlauf, Slalom und Team-Kombi angreifen wird. „Es ist mir bewusst, dass da in den nächsten Wochen ein Mörderprogramm wartet. Aber mir taugt das Vielfahren, ich bin hungrig auf Rennen. Mein größter Horror wäre, nur eine Disziplin zu fahren.“ Schwarz hätte auch die Abfahrtsklasse für Wengen, Kitz und Olympia. Will dieses Thema aber diese Saison nicht aufmachen. „Dann heißt es wieder, dass mir alles zu viel geworden ist. Darauf hab ich keinen Bock.“
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