Alexander Van der Bellen weilt seit Mittwoch im Vatikan und hat am Donnerstag Papst Leo XIV. einen Besuch abgestattet. Österreichs Bundespräsident wird von einer Delegation begleitet, der unter anderem seine Ehefrau Doris Schmidauer angehört.
Weitere Begleiter des Präsidenten-Ehepaars sind Europaministerin Claudia Bauer (ÖVP), Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) sowie die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung, Angelika Ritter-Grepl.
Naher Osten und Ukraine als Hauptthemen
Im Zentrum des Gesprächs mit dem Papst stand die Situation im Nahen Osten sowie der Ukraine-Krieg. „Leo XIV. ist ein Mensch des Friedens. Er tritt mit voller Überzeugung für die Werte des Neuen Testaments ein. Er verkündet Hoffnung und Zuversicht und versucht, die christliche Botschaft den künftigen Generationen näherzubringen“, erklärte Van der Bellen, der nach dem Treffen mit dem Papst auch den vatikanischen Außenminister Richard Gallagher und Staatssekretär Pietro Parolin traf.
Dabei wurde ebenfalls über die internationale Lage diskutiert. „Wir wissen nicht wie es nach den jüngsten Angriffen weitergeht. Hoffen wir, dass alle Streitparteien verstehen, dass man auf diese Art nur selten zum Erfolg gelangt“, so Van der Bellen.
Papst zu Besuch in Österreich eingeladen
Der Papst habe während des Vier-Augen-Gesprächs großes Interesse für die Lage in Österreich gezeigt. „Österreich stößt auf großes Interesse im Vatikan. So habe ich den Papst aufs Wärmste nach Österreich eingeladen. Ich hoffe, dass ich noch als Bundespräsident erleben kann, dass Leo XIV. Österreich besucht“, erklärte Van der Bellen.
Lipizzaner-Hufeisen als Geschenk
Als Geschenk für den Papst brachte die österreichische Delegation ein Hufeisen der Lipizzaner-Pferde mit. Das Geschenk sei sehr gut angekommen, da Leo XIV. ein leidenschaftlicher Reiter sei, hieß es. Gut angekommen sei auch eine Spende für Sozialzwecke für die Diözese in Peru, in der Leo XIV. vor seinem Wechsel nach Rom tätig war. Außerdem wurde dem Papst eine Kopie der Statue der Gottesmutter von Mariazell überreicht.
Dritte Papst-Audienz für Van der Bellen
Für Van der Bellen ist es nach den offiziellen Begegnungen mit Papst Franziskus in den Jahren 2017 und 2021 die dritte Papstaudienz und gleichzeitig das erste Treffen mit dem seit zehn Monaten amtierenden Kirchenoberhaupt Leo XIV.
Der Besuch beim Papst findet im Rahmen eines zweitägigen Rom-Aufenthalts des Bundespräsidenten statt. Am Mittwoch hatte Van der Bellen den italienischen Staatspräsident Sergio Mattarella im Quirinal getroffen. Mit Mattarella eröffnete Van der Bellen am Mittwochabend die Ausstellung im Palazzo Cipolla unter dem Titel „Von Wien nach Rom. Meisterwerke der Habsburger aus dem Kunsthistorischen Museum“. Dabei werden erstmals in Italien mehr als 50 Meisterwerke aus den Sammlungen des KHM präsentiert.
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