Wenn Trump eingreift

Iran droht mit Gegenschlag auf Israel und US-Basen

Außenpolitik
11.01.2026 11:44
Porträt von krone.at
Von krone.at

Angesichts des brutalen Vorgehens des iranischen Regimes gegen die Massenproteste hat US-Präsident Donald Trump mit einem Eingreifen gedroht. Jetzt kündigte der Iran Vergeltung an, sollte Trump intervenieren.

„Im Falle eines militärischen Angriffs durch die USA werden sowohl das besetzte Gebiet als auch die Zentren des US-Militärs und die Schifffahrt unsere legitimen Ziele sein“, sagte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf am Sonntag in einer im Staatsfernsehen übertragenen Rede.

Israel in Alarmbereitschaft
Mit „besetztem Gebiet“ bezog sich Ghalibaf auf Israel, dessen Existenzrecht die Führung in Teheran nicht anerkennt. Israel seinerseits ist Insidern zufolge in erhöhter Alarmbereitschaft. Was dies genau bedeutet, sagten die drei mit dem Vorgang vertrauten Personen nicht. Die Insider hatten am Wochenende an den Beratungen der israelischen Regierung über Sicherheitsfragen teilgenommen. Im Iran halten die Proteste gegen die Führung an.

Trump hat wiederholt mit einem Eingreifen gedroht und die iranische Führung davor gewarnt, Gewalt gegen Demonstranten einzusetzen. Am Samstag erklärte er, die USA stünden „bereit zu helfen“. Am Freitag hatte er gedroht: „Ihr solltet besser nicht anfangen zu schießen, denn dann werden wir auch schießen. Die „New York Times“ meldete unter Berufung auf US-Beamte, Trump sei in den vergangenen Tagen über neue Optionen für Militärschläge im Iran informiert worden.

Netanyahu telefonierte mit Rubio
In einem Telefonat am Samstag sprachen der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und US-Außenminister Marco Rubio über die Möglichkeit einer US-Intervention im Iran, wie ein israelischer Insider berichtete, der bei dem Gespräch anwesend war. Ein US-Vertreter bestätigte das Telefonat, äußerte sich aber nicht zum Inhalt.

Am Samstagabend waren im Iran erneut zahlreiche Menschen gegen die Führung des Landes auf die Straße gegangen. Im Norden der Hauptstadt Teheran schlugen die Demonstrierenden auf Töpfe und riefen Slogans zur Unterstützung der Familie des 1979 gestürzten Schah, wie ein von der Nachrichtenagentur AFP verifiziertes Video zeigte.

Internet seit 60 Stunden gesperrt
Im ganzen Land gab es neue Berichte über Gewalt, obwohl eine Internetsperre die Einschätzung des Ausmaßes der Unruhen erschwerte. Der Zugang zum Netz sei im Land nunmehr seit mehr als 60 Stunden blockiert, erklärte die Organisation NetBlocks Sonntagfrüh im Onlinedienst X.

Die Infografik zeigt die wirtschaftliche Krise und Proteste im Iran. Eine Karte markiert mehrere Protestorte im Land. Ein Liniendiagramm stellt die Inflationsrate von 2015 bis 2025 dar, mit einem starken Anstieg auf 45,8 % im Jahr 2022 und einem Wert von 42,4 % im Jahr 2025. Ein weiteres Liniendiagramm zeigt das Bruttoinlandsprodukt des Iran von 1980 bis 2025. Es gibt starke Schwankungen, mit einem Höchstwert von 722,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 und einem Rückgang auf 209,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020. Quelle: APA, NYT, BBC, IMF.

Revolutionsgarden drohen
Seit dem 28. Dezember haben sich die Proteste gegen die galoppierende Inflation im ganzen Iran ausgebreitet und schnell eine politische Dimension angenommen, wobei die Demonstranten ein Ende der Herrschaft der islamischen Geistlichen fordern. Die Behörden werfen den USA und Israel vor, die Unruhen anzustacheln. Die iranischen Revolutionsgarden hatten eine Verschärfung ihres Vorgehens gegen die größten regierungsfeindlichen Demonstrationen seit Jahren angedeutet. Im Staatsfernsehen warnten sie: Die Wahrung der Sicherheit sei eine „rote Linie“.

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