Was jeder Rote weiß. Ein heillos zerstrittener Haufen ist sie, die SPÖ. Parteichef Andreas Babler gelingt es nicht, die divergierenden Strömungen in der Sozialdemokratie zu versöhnen und sie zu einen. Die parteiinternen Bruchlinien – sie sind kaum an einer Hand allein abzuzählen. Rechte gegen Linke, Pragmatiker gegen Progressive, Bundesland-Chefs gegeneinander, die Gewerkschaft mit oder gegen andere mehr oder weniger einflussreiche Gruppen… Manche scharen sich hinter Bundesobmann Babler, andere, nicht zuletzt durch aktuelle Umfragen beflügelt, hätten am liebsten Ex-Kanzler Christian Kern zurück an der Parteispitze, wieder andere träumen von Finanzminister Markus Marterbauer als SPÖ-Chef. Doch jeder Rote weiß: Ohne die Wiener SPÖ in Person von Bürgermeister Michael Ludwig geht gar nichts.
Sache erledigt? Ludwig kritisiert heute im „Krone“-Interview, dass sich die Partei seit zehn Jahren den „Luxus von Personaldiskussionen“ leiste, um gleich zu versichern, er selbst beteilige sich nicht daran. So kommt ein anderer hochrangiger Roter resignierend zum Schluss: „Alle in der SPÖ warten immer auf Wien. Doch sie warten vergeblich.“ Und doch lässt in Zusammenhang mit dem Bundesparteivorsitz eine weitere Ludwig-Aussage im Interview aufhorchen: Er kündigt an, er werde beim Parteitag im März Andreas Babler wiederwählen. Gilt da nun das uralte kirchenrechtliche „Roma locuta causa finita“? Im übertragenen Sinne: Wien (nicht Rom) hat entschieden, die Sache ist erledigt? Das glaubt wiederum auch kaum einer.
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