Kaum hat er Venezuela angreifen lassen, droht US-Präsident Donald Trump bereits den nächsten beiden Ländern. Es handle sich um eine „failing nation“, sagte er über eines. Damit ist ein sogenannter gescheiterter Staat gemeint, der seine grundlegenden Funktionen nicht mehr erfüllen kann.
In diesem Fall geht es um den karibischen Inselstaat Kuba. „Über Kuba werden wir bald sprechen“, sagte Trump am Samstagabend auf die Frage eines Journalisten. Schließlich habe sich die kubanische Regierung stark in Venezuela eingemischt, sagte US-Außenminister Marco Rubio. „Wenn ich in Havanna leben würde und in der Regierung wäre, würde ich mir Sorgen machen.“
Die kubanische Regierung ist ein Verbündeter des venezolanischen Staatschefs Maduro und hat den US-Einsatz bereits scharf verurteilt. „Unsere Friedenszone wird gerade brutal angegriffen“, schrieb der Präsident des Karibikstaates am Samstag auf X. Es sei „Staatsterror“, sagte Miguel Díaz-Canel weiter, die internationale Gemeinschaft müsse dringend reagieren.
Hier können Sie die Pressekonferenz nachsehen:
1960 hatten die Vereinigten Staaten ein Handels-, Wirtschafts- und Finanzembargo gegen die kubanische Regierung verhängt. Dabei handelte es sich um eine Reaktion auf die Enteignung von Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen der USA. Zwischen den beiden Ländern gab es in der Vergangenheit immer wieder Spannungen. So stand der Inselstaat beispielsweise auf der US-Liste jener Länder, die Terrorismus unterstützen. Heute wirft Trump der Regierung unter anderem vor, Russland im Krieg mit der Ukraine mit Kämpferinnen und Kämpfern zu unterstützen. Tatsächlich sollen die Streitkräfte aus Kuba nach Nordkorea das zweitgrößte ausländische Kontingent stellen.
Auch Kolumbien im Visier
Rubio bezeichnete das autoritär geführte Land am Samstag als „Desaster“. Trump richtete am Samstag außerdem eine Warnung an den linksgerichteten kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro. Er wirft ihm ebenfalls vor, Drogen in die USA zu schmuggeln. Das südamerikanische Land grenzt an Venezuela, das Verhältnis zum Nachbarn ist allerdings getrübt. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts gibt es in Kolumbien regelmäßig bewaffnete Konflikte. Mit den Vereinigten Staaten lieferte sich die Regierung in den vergangenen Monaten unter anderem einen Zollstreit und einen Streit um Abschiebungen.
„Putin tötet zu viele Menschen“
Trump, der laut eigener Aussage „bald“ über Kuba sprechen will, stellte auf seiner Pressekonferenz jedenfalls klar, dass er „nicht begeistert von Putin“ sei, weil dieser „bösartig“ zu viele Menschen töte. Politikerinnen und Politiker äußern bereits die Befürchtung, dass sich Russlands Machthaber ein Vorbild an dem US-Angriff auf Venezuela nehmen könne, um seinen gewünschten Regimewechsel in der Ukraine durchzusetzen. „Dieser Krieg ist zu einem Blutbad geworden“, sagte Trump zur Ukraine. Er habe gedacht, dass es ein Leichtes wäre, den Krieg zu beenden, aber das sei doch nicht der Fall.
Überhaupt betonte er trotz des jüngsten Angriffes und neuer Drohungen, „acht und ein Viertel Kriege beendet“ zu haben. Das Viertel komme daher, dass Thailand und Kambodscha schon wieder aufeinander schießen wollen würden. Er hätte das aber „innerhalb von fünf Stunden“ gestoppt.
Wie berichtet, hat das US-Militär in der Nacht auf Samstag bei einem großangelegten Einsatz in Venezuela den langjährigen Staatschef Nicolás Maduro entmachtet. Er und seine Ehefrau sollen nach New York gebracht worden sein. Die USA würden das Land vorübergehend selbst regieren, hieß es. Laut venezolanischen Angaben wurden bei dem Angriff sowohl Zivilpersonen als auch Militärangehörige getötet.
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