22.03.2014 19:01 |

"Prawy Sektor"

Rechtsextremisten in der Ukraine gründeten Partei

Die rechtsextremistische paramilitärische Organisation Prawy Sektor (Rechter Sektor), die sich bei den Demonstrationen in der Ukraine durch Gewalt hervorgetan hat, hat eine eigene Partei gegründet. "Die Partei Prawy Sektor wurde heute gegründet", sagte ein Vertreter der Gruppierung nach dem Gründungstreffen am Samstag. Die Sitzung hatte aus Sicherheitsgründen hinter verschlossenen Türen stattgefunden.
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An die Spitze der neuen Partei wählten die Delegierten Dmitro Jarosch, der bereits seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl am 25. Mai angekündigt hatte. Jarosch wird in Russland per Haftbefehl wegen "Anstachelung zum Terrorismus" gesucht. Er soll auch den Terrorchef Doku Umarow zu Anschlägen auf russische Einheiten im Konfliktgebiet Nordkaukasus aufgefordert haben.

Die Partei Prawy Sektor stehe "jedem ukrainischen Bürger" offen, sagte Führungsmitglied Igor Masur. "Wir sehen einen anonymen Beitritt für Journalisten vor oder all jene, die öffentlich nicht ihre Zugehörigkeit zu einer politischen Partei erklären dürfen", fügte er hinzu. "Wir wissen, dass wir Anhänger in verschiedenen gesellschaftlichen Schichten haben."

Ukrainische Nazi-Kollaborateure als Vorbild
Die Partei Prawy Sektor will die nationalistischen Gruppierungen UNA-UNSO und Trisub (Dreizack) einschließen. Sie steht rechts von der an der Übergangsregierung in Kiew beteiligten ultranationalistischen Partei Swoboda (Freiheit) und sieht sich in der Tradition ukrainischer Nazi-Kollaborateure während des Zweiten Weltkriegs, die für Massenmorde an Juden verantwortlich waren.

Viele Barrikadenkämpfer besonders aus dem Westen des Landes sehen den einstigen Separatistenführer Stepan Bandera als ihr Vorbild. Bandera (1909-1959) hatte zeitweise mit den Nazis kollaboriert. 1941 wurde er von den Deutschen jedoch ins Konzentrationslager Sachsenhausen gesteckt, in dem auch der ehemalige österreichische Kanzler Kurt Schuschnigg festgehalten wurde. Im Herbst 1946 flüchtete Bandera über Österreich nach München, Agenten des KGB töteten ihn schließlich am 15. Oktober 1959.

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