Nach Deutschland und Dänemark wollen nun auch Frankreich und Italien ihr Wehrdienstmodell ändern, um mehr Soldaten aufstellen zu können. Anlass sind mögliche neue außenpolitische Bedrohungen, etwa durch Russland.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron stellte am Donnerstag seine Pläne für eine Wehrdienstreform vor. Die Kosten bezifferte er mit zwei Milliarden Euro. Angepeilt werden 3000 Freiwillige im kommenden Jahr. Bis 2035 soll die Zahl auf 10.000 steigen. Bis 2036 will Macron 50.000 Menschen erreichen, je nachdem, wie sich die Bedrohungslage entwickle. Eine Rückkehr zur 1996 in Frankreich abgeschafften allgemeinen Wehrpflicht schloss er jedoch aus.
Nach ihrem Dienst könnten die Teilnehmer ins zivile Leben zurückkehren, Reservist werden oder in den Streitkräften bleiben, sagte Macron. Insgesamt wolle Frankreich die Zahl seiner Reservisten von derzeit rund 47.000 auf 100.000 im Jahr 2030 erhöhen.

Macron: „Frankreich kann nicht untätig bleiben“
„Frankreich kann nicht untätig bleiben“, sagte Macron. Der Plan sei „inspiriert von den Praktiken unserer europäischen Partner ... in einer Zeit, in der all unsere europäischen Verbündeten auf eine Bedrohung reagieren, die auf uns allen lastet“.
Zwanzig Jahre nach Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht steht Italien womöglich auch eine Zeitenwende bevor. Verteidigungsminister Guido Crosetto kündigte am Donnerstag einen Gesetzesentwurf für eine „Wiedereinführung eines neuen Wehrdienstes wie in Frankreich oder Deutschland“ an. „Das französische System, soweit ich gelesen habe, ist völlig freiwillig“, erklärte Crosetto bei einer Pressekonferenz in Paris. Die Wehrpflicht ist in Europa schon länger eher die Ausnahme denn die Regel. Die meisten EU-Staaten setzen mittlerweile auf ein Berufsheer.
Deutschland: Wann aus Freiwilligkeit Pflicht wird
Auch in Deutschland hatte sich die Regierung kürzlich nach wochenlangem Ringen auf ein neues Wehrdienstmodell geeinigt. Sie setzt dabei zunächst ebenfalls auf Freiwilligkeit. Es kann aber auch eine Wehrpflicht greifen, wenn sich nicht genügend Rekruten für die Bundeswehr finden.
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