Ryanair-Chef Michael O‘Leary hat gegen die österreichische Regierung nachgelegt: Der Boss der Billigairline poltert seit geraumer Zeit gegen die hohen Kosten am Flughafen Wien. Die Wut gipfelte nun in einem skurrilen Auftritt – und einer Neustationierung seiner Maschinen.
Der irische Billigflieger Ryanair kündigt für den slowakischen Flughafen Bratislava ein Wachstum von 70 Prozent an. Die Flotte dort werde von zwei auf drei Flieger erhöht. „Bratislava wird 2026 der am stärksten wachsende Flughafen in Europa sein“, sagte Ryanair-Chef Michael O‘Leary am Dienstag.
Für den Flughafen Wien bleibe es hingegen dabei, dass fünf von 19 Flugzeugen abgezogen werden, weil die Regierung in Wien schlafe und nicht wie Bratislava Gebühren und Steuern senke.
„Schläfriger Stocker“ und „hoffnungsloser Hanke“
O‘Leary hielt dazu am Dienstag zwei Pressekonferenzen ab: Eine am Flughafen Bratislava gemeinsam mit Airport-Führung und Politik, wo der Ire die „visionäre Entscheidung“ der Slowaken lobte, durch niedrigere Kosten für Passagierwachstum zu sorgen und eine zweite in Wien, wo er Kanzler Christian Stocker (ÖVP) und Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) erneut als faul und dumm darstellte, und dazu eine Fotomontage in die Kameras hielt.
Der Fluglinien-Chef präsentierte dabei eine Schmierkampagne gegen die beiden Politiker und verpasste ihnen die Schmähnamen „schläfriger Stocker“ und „hoffnungsloser Hanke“. Ryanair und dessen langjähriger Chef sind bekannt dafür, Kommunen und Flughafenbetreiber auch öffentlich unter Druck zu setzen, um niedrigere Kosten oder gar Subventionen zu erwirken.
Deutschland senkt Ticketsteuer Mitte 2026
O‘Leary forderte erneut, die österreichische Flugabgabe von zwölf Euro pro Ticket zu streichen und die Gebühren für Flughafen und Flugsicherung zu senken. Es gebe keinen Grund, an dieser sinnlosen Steuer festzuhalten, „die Grünen sind weg“, meinte der irische Manager. Er verwies auf Deutschland, wo die Regierung vor zwei Wochen angekündigt hat, Mitte 2026 die Ticketsteuer wieder auf das Niveau vor der Erhöhung 2024 senken zu wollen.
Ryanair hat wegen des Abzugs von fünf Boeing-Maschinen aus Wien zuletzt rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Frühwarnsystem des AMS angemeldet. An der Basis der Tochter Lauda Europe mit 14 Airbus A320 hält Ryanair laut O‘Leary und Laudamotion-Geschäftsführer Andreas Gruber hingegen fest.
Zur Verteidigung der von O‘Leary gescholtenen Politik rückte SPÖ-Verkehrssprecher Wolfgang Moitzi aus. „Es gibt in Österreich Regeln und an die müssen sich alle halten“, lässt Moitzi den Iren per Aussendung wissen. „Jeder noch so kleine Betrieb zahlt seine Steuern und Abgaben. Auch ein internationaler Konzern wie Ryanair ist davon nicht ausgenommen – so sehr er es sich auch wünscht.“
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