Seit Mitte der 1990er-Jahre die ersten Exoplaneten - also Objekte, die außerhalb unseres Sonnensystems einen anderen Stern umkreisen - entdeckt wurden, sind mittlerweile rund 850 Objekte registriert. "Mit CHEOPS wollen wir nicht weitere Exoplaneten suchen, sondern die bekannten weitaus präziser charakterisieren als bisher", schilderte Manfred Steller auf Anfrage das Ziel der Kleinmission. Er ist im internationalen Konsortium der für CHEOPS zuständige IWF-Gruppenleiter.
Fokus auf kleine, feste Planeten
Die Mission wird sich in erster Linie auf kleinere Planeten mit einem bis sechs Erdradien konzentrieren und auch versuchen, die Bestandteile ihrer Atmosphären zu bestimmen. "Hinter allem steht natürlich die Frage, ob es auf einem der Exoplaneten Leben geben kann. Daher interessieren uns nicht so sehr die großen gasförmigen als vielmehr die deutlich kleineren festen Planeten", sagte Steller.
Der Satellit soll dabei wie seine Vorgänger "CoRoT" (ESA, 2006) und "Kepler" (NASA, 2009), indirekte Messmethoden nutzen. Bei der sogenannten Transitmethode sollen Detektoren des Satelliten-Teleskops die Helligkeit eines Sterns mit extrem großer Genauigkeit überwachen. Das Teleskop von CHEOPS soll die geringfügige Abdunkelung eines Sterns durch den davor vorbeiziehenden Planeten messen. Aus der Stärke des Helligkeitsabfalls lässt sich dann der Durchmesser des Exoplaneten bestimmen.
Mit einer weiteren Methode, der Radialgeschwindigkeitsmethode, lässt sich die Masse ermitteln. Sind Durchmesser und Masse bekannt, kann auf die Dichte und somit auch auf die primäre Zusammensetzung des Planeten - etwa aus Eis, Gas oder Gestein - geschlossen werden.
Satellit ist nur 200 Kilogramm schwer
Die CHEOPS-Mission ist die erste sogenannte Small-class-Mission der europäischen Weltraumorganisation ESA. Das internationale Konsortium steht unter der Leitung des Astrophysikers Willy Benz vom Center for Space and Habitability der Universität Bern. Der Kleinsatellit wird eine Masse von rund 200 Kilogramm haben, ein Teleskop von 30 Zentimetern Durchmesser tragen und aus 800 Kilometern Höhe dreieinhalb Jahre lang etwa 500 helle Sterne beobachten und ihre Planeten charakterisieren.
"Nach einer eingehenden Studienphase von rund eineinhalb Jahren wurde nun die Machbarkeit des Exoplaneten-Teleskops bestätigt", so IWF-Direktor Wolfgang Baumjohann, dessen Forscher einen der beiden Bordcomputer beisteuern werden. Der soll den gesamten Datenverkehr für das Satelliten-Teleskop abwickeln und zusätzlich die thermische Kontrolle des Bildsensors übernehmen. Für die Stromversorgung der Instrumentenelektronik ist die Weltraumfirma RUAG Space Austria verantwortlich.











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