18.02.2014 09:27 |

Appell an die Welt

Hawking: "Schluss mit dem Krieg in Syrien"

Stephen Hawking hält normalerweise wissenschaftliche Vorträge oder schreibt Forschungsarbeiten bzw. Bücher über Schwarze Löcher und andere astrophysikalische Phänomene. Doch nun hat sich der berühmte britische Physiker in einem emotionalen Gastbeitrag für eine deutsche Zeitung zum Syrien-Krieg geäußert. Dabei appelliert Hawking an die Weltgemeinschaft, der "Abscheulichkeit" nicht mehr länger tatenlos zuzusehen: "Es geht um unser aller Existenz als menschliche Wesen."

Im Gastkommentar für den "Tagesspiegel" rechnet der 72-Jährige gnadenlos mit der internationalen Politik ab. Zwar würde die Menschheit immer gebildeter und intelligenter und verfüge über fortschrittliche Technologien. Doch fühle es sich "nicht intelligent an mitanzusehen, wie 100.000 Menschen getötet werden oder auf Kinder gezielt wird. Und es scheint unausgesprochen dumm zu verhindern, dass humanitäre Hilfe Kliniken erreicht", so Hawking.

"Wo ist unsere emotionale Intelligenz?"
Was gerade in Syrien passiert, sei abscheulich - und die Welt schaue kaltblütig aus der Ferne zu. "Wo ist unsere emotionale Intelligenz? Wo ist unser Sinn für kollektive Gerechtigkeit?", fragt sich der Physiker und zweifelt daran, dass Intelligenz überhaupt einen "langfristigen Überlebenswert" hat - ganz im Gegensatz zur Aggression, die er als angeborenen Instinkt sieht, der den Menschen immer begleiten wird.

Dennoch appelliert der Professor an die Weltgemeinschaft, zusammenzuarbeiten und den Krieg in Syrien gemeinsam zu beenden. "Als Vater und Großvater sehe ich das Leiden dieser Kinder und sage: Schluss damit."

Für Hawking könnte der Konflikt in Syrien noch zu einer viel größeren Katastrophe werden: "Der universale Grundsatz der Gerechtigkeit ist vielleicht nicht in der Physik verwurzelt, aber er ist nicht weniger fundamental für unsere Existenz. Denn ohne ihn werden wir als menschliche Wesen bald aufhören zu existieren."

Zweite Runde der Syrien-Gespräche erfolglos beendet
Erst am vergangenen Wochenende ist die zweite Runde der Friedensgespräche in Genf ohne Erfolg zu Ende gegangen. Ein neuer Termin für Verhandlungen zwischen Opposition und Regierung unter Leitung des UNO-Sondergesandten Lakhdar Brahimi wurde ebenso wenig vereinbart.

In dem seit knapp drei Jahren andauernden Bürgerkrieg sind bisher nach Schätzungen der UNO rund 140.000 Menschen getötet worden. Millionen sind auf der Flucht. Ein entscheidender Streitpunkt in den Gesprächen ist die Zukunft von Präsident Bashar al-Assad. Die Opposition verlangt, dass er in einer politischen Lösung für Syrien keine Rolle mehr spielen dürfe. Die syrische Regierung plädiert dagegen für Wahlen, bei denen auch Assad wieder kandidieren könnte.

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