„Russische Aggression“

Balten bereiten sich schon auf Evakuierung vor

Außenpolitik
10.10.2025 18:09
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die baltischen Staaten bereiten sich schon auf einen möglichen russischen Angriff oder Truppenaufmarsch vor. Estland, Lettland und Litauen verweisen auf russische Cyberangriffe, Desinformationskampagnen und das Eindringen russischer Kampfflugzeuge und Drohnen in den Luftraum.

In Litauen wird etwa für eine mögliche Flucht von 400.000 Menschen aus der Grenzregion geplant. Die westlitauische Stadt Kaunas bereitet sich darauf vor, 300.000 Menschen in Schulen, Kirchen und Veranstaltungshallen unterzubringen. Laut der Feuerwehr wurden Sammelpunkte bestimmt, Züge und Busse zugewiesen und Vorräte wie Toilettenpapier und Feldbetten in Lagerhäusern eingelagert. Es gebe bereits eine Karte, die die Städte zeige, in denen die Bevölkerung Zuflucht suchen könne. Im Mai hatten Lettland, Litauen und Estland vereinbart, im Zivilschutz enger zusammenzuarbeiten.

Die Szenarien reichen von Sabotageakten und einem plötzlichen Zustrom von Migrantinnen und Migranten bis hin zu einem direkten militärischen Angriff. „Es ist möglich, dass wir eine gewaltige Armee an den Grenzen des Baltikums sehen werden, mit dem offensichtlichen Ziel, alle drei Länder in drei Tagen bis zu einer Woche einzunehmen“, sagte Renatas Pozela, der als Leiter der litauischen Feuerwehr an den Planungen beteiligt ist.

Kreml: Greifen NATO nicht an
In Estland wird derzeit die Evakuierung eines Zehntels der insgesamt 1,4 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner geplant. In Lettland kann laut Schätzungen ein Drittel der 1,9 Millionen Menschen im Ernstfall das Haus verlassen. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagte der litauische Vize-Innenminister Kestutis Budrys. Die Vorbereitungen seien eine „sehr beruhigende Botschaft (...)“.

Der Kreml hat wiederholt erklärt, keine Pläne zu hegen, die NATO anzugreifen. Estland und Lettland teilen eine Grenze mit Russland. Lettland, Litauen und Polen grenzen an Belarus, das eng mit Russland verbündet ist und bei dessen Einmarsch in die Ukraine als Aufmarschgebiet diente. Eine besondere Sorge gilt dem sogenannten Suwalki-Korridor, dem Landstreifen, der Litauen mit Polen und so mit den anderen europäischen NATO-Staaten verbindet. Die Grenze ist etwa hundert Kilometer lang. Befürchtet wird, dass russische Truppen die Verbindung durchtrennen könnten.

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