Streaming-Trend

Ed Gein und Co.: Die Liebe zum Morbiden

Unterhaltung
31.12.2025 06:00

Mit der achtteiligen Retrospektive über das schaurige Leben des Serienmörders Ed Gein gelang Netflix der nächste Top-Erfolg. „Monster“-Erzählungen bleiben ein Quotengarant und die Menschen dürsten unaufhaltsam nach weiteren Schauergeschichten.

Mit der „Monster“-Reihe hat der Streaminganbieter Netflix ins Schwarze getroffen. Durch den allumfassenden True-Crime-Hype sind die höchstprofessionell inszenierten Lebensrückschauen diverser Serienmörder absolute Erfolgsgaranten. Nach den zwei Staffeln über Jeffrey Dahmer und die Menendez-Brüder sorgt derzeit die acht Folgen starke und mit fiktionalen Handlungssträngen aufgefettete Rückschau auf das Leben von Ed Gein, „dem Schlächter von Plainfield“, für Furore. In den ersten drei Tagen ihrer Verfügbarkeit erreichte die Serie 12,2 Millionen Views. Sprich: geschaute Stunden, geteilt durch die Gesamtlaufzeit der Serie. Die Kritiken sind gemischt, die Fans dafür zum Großteil begeistert.

Zur Person

Edward Theodore Gein (*1906, Wisconsin) ist so etwas wie der „Urvater“ aller popkulturellen „Monster“ und hat nicht nur Regisseure wie Alfred Hitchcock und Tobe Hopper zu ihren filmischen Werken beeinflusst, sondern auch zahlreiche ähnlich vorgehende Nachahmer in der Realität zu ihren grausamen Taten animiert. In der psychiatrischen Hochsicherheitsanstalt, in der er bis zu seinem Tod im Alter von 78 Jahren 1984 lebt, ließ er sich nie etwas zu Schulden kommen und galt als Musterpatient. Für mindestens gleich viel Aufsehen wie seine grausamen Taten sorgte die Tatsache, dass er als unscheinbarer Typ von nebenan die amerikanische Gesellschaft erschütterte. Mit ihm bekam der Horror ein normales Gesicht. Nachdem sein Grabstein 2000 gestohlen und nicht mehr ersetzt wurde, liegt er anonym zwischen seiner Mutter und seinem Bruder in Madison, Wisconsin begraben.

Gein ist die Blaupause für viele weitere Serienmörder und das Horror-Hollywood, wie wir es in seiner Ausformung heute kennen. Nach dem Tod seiner schwerreichen Mutter begann er Leichen auszugraben, überzog Lampen und Stühle mit menschlicher Haut, sammelte weibliche Geschlechtsteile von Leichen und benützte die Haut der Toten, um sich zu damit zu maskieren und einzukleiden. Alfred Hitchcocks „Psycho“ (1960) war ebenso vom Fall Geins inspiriert wie Tobe Hoppers „Blutgericht in Texas“ (1974) oder der fünffach Oscar-prämierte „Das Schweigen der Lämmer“ (1991) von Jonathan Demme.

In Adeline Watkins scheint Ed Gein eine seelischen Verbundenheit aufbauen zu können.
In Adeline Watkins scheint Ed Gein eine seelischen Verbundenheit aufbauen zu können.(Bild: Netflix)

Die hier noch deutlicher zur Schau gestellte künstlerische Freiheit lässt sich natürlich auch deshalb herausnehmen, weil sich der verstorbene Protagonist nicht mehr dagegen zur Wehr setzen kann. Hauptdarsteller Charlie Hunnam hat die Rolle jedenfalls alles abverlangt. Nach Abschluss der Dreharbeiten blieb er noch eine Woche allein am Drehort in Chicago, um runterzukommen und besuchte das Grab von Gein in Wisconsin.

2026 folgt die vierte Staffel der „Monster“-Reihe. Ella Beatty spielt die als Doppelmörderin gebrandmarkte Lizzie Borden. Ein weiterer Quotenerfolg ist garantiert.

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