Das Bollwerk in Graz

Weinende Jugendliche: Kult-Disco sperrt wieder auf

Steiermark
29.08.2025 12:40

Weil ihn die Gäste so bestürmten, sperrt Martin Fritz die Grazer Kult-Disco Bollwerk kurzfristig noch einmal auf – die Location soll danach aber verkauft werden. Auch zwei andere Nacht-Institutionen geben Comeback.

Anfang der Woche schlug die Nachricht wie die sprichwörtliche Bombe ein: Das Bollwerk in Graz-Puntigam schließt seine Pforten. „Wir waren von der Resonanz wirklich überwältigt. Bei uns sind unzählige Anrufe und Sprachnachrichten eingegangen – einige Jugendliche haben dabei sogar geweint“, konnte es Bollwerk-Chef Martin Fritz gar nicht glauben.

„Der letzte Tanz“
Besonders berührt, hat ihn die Nachricht einer jungen Grazerin: „Sie hat gesagt, dass sie so hart darauf warten musste, endlich 16 zu werden, um ins Bollwerk zu gehen – jetzt ist sie es endlich und dann sperren wir zu.“ Kurzerhand zieht Fritz jetzt doch nicht den Stecker – zumindest vorerst nicht.

Kommenden Freitag und Samstag öffnet die Kult-Disco unter dem Motto „This is the End – der letzte Tanz“ noch einmal ihre Tore. „Das war logistisch gar nicht so einfach, weil wir ja schon damit begonnen haben, die Getränke wegzuführen und die Leitungen abzudrehen. Aber jetzt haben wir eine Woche Zeit, wieder alles herzurichten.“

Martin Fritz sperrt das Bollwerk wieder auf und hat auch noch andere große Pläne.
Martin Fritz sperrt das Bollwerk wieder auf und hat auch noch andere große Pläne.(Bild: Christian Jauschowetz)

Danach ist im Werk aber endgültig Schicht im Schacht. Fritz konzentriert sich auf die Eröffnung des ehemaligen La Noche in Gralla als Eventwerk Anfang November. Dazu bekommt auch das Tollhaus in Weiz einen Relaunch – und wird als Fritz Club wiedereröffnen. „Wir spezialisieren uns da auf Veranstaltungen und werden die Öffnungszeiten reduzieren.“

Handy mitschuldig am Disco-Sterben?
Dass speziell in der Nachtgastronomie die Zeiten alles andere als einfach sind, geht auch am „Mr. Bollwerk“ nicht spurlos vorüber. „Hauptgrund sind für mich die sozialen Medien und die Smartphone-Nutzung der Jugendlichen. Am Handy hat man heute ja alles – man pflegt seine Kontakte, spielt, hört Musik und kann es ja auch fürs Dating nutzen.“ Dennoch glaubt er nicht, dass Discos generell dem Tode geweiht sind. „Weil es immer noch Veranstaltungen und Tage gibt, wo die Leute in Massen kommen – nur halt nicht mehr jede Woche von Mittwoch bis Sonntag.“

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