Seit Jahresbeginn
Saudi-Arabien richtete über 100 Ausländer hin
Mit zwei neuen Exekutionen in Saudi-Arabien ist die Zahl der dort in diesem Jahr hingerichteten Ausländer auf bereits mehr als 100 gestiegen. Die beiden am Donnerstag hingerichteten Männer stammten aus Äthiopien und waren des Schmuggels von Haschisch schuldig gesprochen worden, wie die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf Angaben des Innenministeriums berichtete.
Die Zahl der 2025 in dem Königreich hingerichteten Ausländer stieg damit laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf 101. Insgesamt wurden demnach in Saudi-Arabien seit Jahresbeginn bereits 189 Menschen hingerichtet.
Zahl der Todesurteile steigt
Saudi-Arabien gehört zu den Ländern, in denen weltweit am häufigsten die Todesstrafe verhängt wird. Im vergangenen Jahr waren dort laut AFP-Zählung 338 Todesurteile vollstreckt worden. Dies waren deutlich mehr als 2023, als in Saudi-Arabien 170 Menschen exekutiert worden waren.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte am Montag eine „unerbittliche und rücksichtslose Anwendung der Todesstrafe“ in Saudi-Arabien angeprangert. Die Anwendung der Todesstrafe bei Drogendelikten sei auch „ein massiver Verstoß gegen das Völkerrecht und internationale Standards“.
Exekutionen nicht mehr öffentlich
Saudi-Arabien versuchte in den letzten Jahren, sein Image international zu verbessern, man will Touristen ins Land bringen, veranstaltet große Sport-Events und gibt sich fortschrittlicher. In den vergangenen Jahren wurden Hinrichtungen daher nicht mehr öffentlich durchgeführt, berichtet Amnesty International – was allerdings nicht bedeutet, dass die Zahl weniger wird.
Zuletzt sorgte die Hinrichtung des Journalisten Turki al-Jasser für internationale Schlagzeilen. Al-Jasser, der seit 2018 in Haft saß, veröffentlichte zuvor in einem Blog Artikel zum Thema Frauenrechte und Korruption. Er soll Berichten zufolge vor seiner Hinrichtung auch gefoltert worden sein.
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