"Paradise Now"

Umstrittener Film "Paradise Now" im Kino

Kino
16.11.2005 14:57
Bei seiner Österreich-Premiere im Rahmen der Jüdischen Filmwoche hat der Film „Paradise Now“ für heftige Emotionen gesorgt. Flugblätter und Publikumsstimmen während der Vorführung, die von einer anschließenden Podiums-Diskussion begleitet war, kritisierten den Streifen über junge Palästinenser, die als Selbstmord-Attentäter angeheuert werden, als "antisemitisch". Jetzt startet der Film in den österreichischen Kinos.

Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) hatte bereits im Vorfeld die Organisatoren der Filmwoche für die Programmierung des "Skandalfilms" kritisiert, der unter anderem bei der vergangenen Berlinale mit dem "Amnesty International"-Filmpreis ausgezeichnet wurde und jetzt im Kino startet.

"Antisemitischer Wahnsinn", "Wo bleiben die Opfer?" und "Jetzt noch Jud Süß" tönte es während der Projektion aus dem Publikum. In dem von der Gruppe "Cafe Critique" verteilten Flugblatt wird dem Film von Hany Abu-Assad vorgeworfen, er rechtfertige und verharmlose die Selbstmord-Attentate, indem er Verständnis für die Täter zeige, aber die jüdischen Opfer ausspare. "Ich glaube nicht, dass er in Damaskus ausschließlich Applaus bekommen würde", meinte hingegen Tarafa Baghajati, Vizepräsident des ENAR's European Network against Racism und Mitbegründer des Initiative moslemischer ÖsterreicherInnen.

Darum geht’s in „Paradise Now“
Alltag im Leben zweier junger Palästinenser: Arbeitsplätze im Westjordanland sind rar, aber die Freunde Said (Kais Nashef) und Khaled (Ali Suliman) haben glücklicherweise einen Job in einer Autowerkstatt in Nablus. Als Said von einem Kunden beleidigt wird, rastet Khaled aus und demoliert dessen Auto. Seinen Job ist er damit los.

Doch den beiden jungen Männern steht ein anderes Schicksal bevor: Noch am Abend werden sie von befreundeten Mitgliedern einer palästinensischen Terrororganisation aufgesucht. Said und Khaled erfahren, dass für den folgenden Tag ein Bombenanschlag in Tel Aviv geplant ist, für den sie als Attentäter „auserwählt“ worden sind. Ohne großes Zögern nehmen sie die Selbstmordmission an und verbringen mit den Boten der Nachricht den letzten Abend bei ihren nichts ahnenden Familien.

Am nächsten Morgen werden Said und Khaled in das Versteck der Terroristen gebracht. Mit Palästinenserschal und Maschinengewehr posieren sie für ihr Märtyrervideo und verlesen ihr politisches Testament. Die Terroristen legen ihnen Sprengstoffgürtel um und verkleiden sie als jüdische Siedler.

Noch auf dem Weg zur israelischen Grenze gibt ihnen ihr Betreuer Jamal (Amer Hlehel) letzte Anweisungen. Doch hinter der Grenze kreuzt unerwartet ein Jeep der israelischen Armee auf und schlägt die beiden Attentäter in die Flucht. Während Khaled zum Stützpunkt der Terroristen zurückkehrt, wo ihm der Bombengürtel entfernt wird, läuft Said zu einer Bushaltestelle auf israelischer Seite. Zu einem Anschlag im Alleingang kann er sich jedoch nicht entschließen und fährt ebenfalls zurück ins Westjordanland.

Abu Karem, der Anführer der Terroristen, verdächtigt unterdessen Said, die Gruppe verraten zu haben. Khaled ist hingegen von der Loyalität seines Freundes überzeugt und begibt sich allein auf die Suche nach ihm. Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt...

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