Keine Infektionen

Seuchengefahr im Burgenland ist endlich gebannt

Burgenland
21.05.2025 16:00

In den vergangenen eineinhalb Monaten gab es keinerlei Hinweise, dass es im Burgenland Fälle der Maul- und Klauenseuche gibt. Seit Mittwochfrüh sind die Verordnungen außer Kraft, die letzten Sperrzonen aufgehoben, die Seuchenteppiche abmontiert und die geschlossenen Grenzübergänge wieder offen. 

Mit heruntergelassenen Fensterscheiben, Jubelrufen und freudigem Geklatsche haben Mittwochfrüh einreisende Autofahrer am österreichisch-ungarischen Grenzübergang Klingenbach-Sopron reagiert, als Mitarbeiter der Baudirektion den letzten Seuchenteppich abgebaut haben.

49 Tage lang waren die Desinfektionsmatten ausgerollt gewesen, um eine Einschleppung der Maul- und Klauenseuche (MKS) aus Ungarn und der Slowakei zu verhindern – 13 Stück an Landesstraßengrenzübergängen, sieben an den Autobahngrenzübergängen Kittsee-Jarovce und Nickelsdorf-Hegyeshalom.

Aufatmen für Landwirte und Pendler
Zur Befeuchtung waren rund 40.000 Liter konzentrierte Ameisensäure zu 800.000 Litern vierprozentiger Lösung vermischt worden. „Die Pendler mussten aufgrund der Schutzmaßnahmen Grenzsperren und Wartezeiten in Kauf nehmen, aber es hat sich ausgezahlt. Tausenden Tieren konnte dadurch das Leben gerettet werden“, bilanzierten Vize-Landeshauptfrau Anja Haider-Wallner, Verkehrslandesrat Heinrich Dorner und Vize-Militärkommandant Raimund Wrana bei einer Pressekonferenz vor Ort.

Mitarbeiter der Baudirektion rollen den Teppich ein.
Mitarbeiter der Baudirektion rollen den Teppich ein.(Bild: Reinhard Judt)
(Bild: Reinhard Judt)
Die Bilder von den Rinder-Massengräbern in Ungarn wird man wohl nicht so schnell vergessen.
Die Bilder von den Rinder-Massengräbern in Ungarn wird man wohl nicht so schnell vergessen.(Bild: zVg)
Menschen in Ungarn bei einer Demonstration gegen Massengräber.
Menschen in Ungarn bei einer Demonstration gegen Massengräber.(Bild: privat)

Einsatz rund um die Uhr
Nach vier Wochen ohne neue Fälle könne man optimistisch sein. Im Zeitraum von 2. April bis 20. Mai gab es nämlich keinen einzigen Hinweis auf eine MKS-Infektion. 84 Assistenzsoldaten waren im Einsatz, 20 Amtstierärzte und 19 Seuchenärzte haben in 650 Betrieben in der Überwachungs- und Sperrzone mehr als 11.000 Tiere beprobt und 1631 Betriebskontrollbesuche durchgeführt.

So geht es weiter
Dennoch sei aufgrund neuer MKS-Fälle in der Türkei Vorsicht geboten: „Angesichts der in Ungarn weiterhin eingerichteten Sperrzone bleiben sowohl das betreffende Einfuhrverbot für empfängliche Tiere und deren Produkte als auch die damit einhergehenden veterinärbehördlichen Grenzkontrollen bis 30. Mail aufrecht“, so Haider-Wallner.

Und weiter: „Ich bitte alle Betriebe weiterhin die Hygienemaßnahmen einzuhalten und alle Menschen, auf die Einfuhr von Fleisch und Rohmilch zu verzichten.“

Wie viel Geld die Maßnahmen gekostet haben, konnte noch nicht beziffert werden. Getragen werden sie jedenfalls vom Bund.

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