Lukrativer Auftrag

Saudi-Arabien bekommt U-Bahn-Züge aus Österreich

Wirtschaft
10.10.2013 16:37
Lukratives Geschäft am Persischen Golf: Saudi-Arabien beschert dem deutschen Technologiekonzern Siemens erneut einen Großauftrag. Die Münchner sollen in der Hauptstadt Riad eine fahrerlose U-Bahn für 1,5 Milliarden Euro bauen, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Insgesamt 74 U-Bahn-Garnituren sollen aus Österreich kommen. Nach Schätzungen entfällt daher mehr als die Hälfte des Auftragswerts auf die österreichischen Werke.

"Das ist der größte Auftrag für Bahntechnik aus der Region. Nach Riad liefern wir unseren neuen innovativen U-Bahn-Typ 'Inspiro' (Bild), der bereits in Warschau im Einsatz ist und für den wir dieses Jahr auch den Staatspreis Mobilität gewinnen konnten", betonte Siemens-Österreich-Generaldirektor Wolfgang Hesoun.

Spezielle Filter und Klimaanlage gegen Sand und Hitze
Die aus Aluminium gefertigten Züge fahren auf Normalspur bis zu 90 km/h schnell. Die zwei- und vierteiligen Züge werden auf die klimatischen Verhältnisse der Region ausgelegt. Dazu gehört eine größere Klimaanlage, die auch bei extremer Hitze ausreichende Kühlleistung liefert. Weiters werden die Drehgestelle, der Fahrantrieb, die Bremsen und die Türen mit speziellen Filtern und Dichtungen gegen das Eindringen von Sandkörnern versehen.

Siemens bricht Dominanz von US-Unternehmen
Siemens liefert zwei von sechs geplanten Linien samt Signaltechnik und 74 Zügen. Mit im Konsortium sind die US-Firma Bechtel und die örtlichen Bauunternehmen Almabani und Consolidated Contractors Company. Die Metro soll 2018 ihren Betrieb aufnehmen. Saudi-Arabien entwickle sich für Siemens zu einem immer wichtigeren Markt, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Zuletzt lieferte der Konzern vor allem Energietechnik in das Königreich und brach so die Dominanz der US-amerikanischen General Electric, die dort lange der Stammlieferant von Großtechnik war.

Mit sechs Linien und 175 Kilometern Streckenlänge plant Riad das größte Metro-Projekt der Welt. Die Investition in die Infrastruktur der Stadt soll die Nahverkehrsprobleme lindern. In den Stoßzeiten soll alle 90 Sekunden eine Bahn kommen und rund 21.000 Menschen pro Stunde befördern.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele