Wenn das Wetter mitspielt, steht dem Badespaß ab Mai in Oberösterreich grundsätzlich nichts mehr im Wege. Zumindest theoretisch. Fakt ist: Immer mehr Gemeinden rutschen in finanzielle Schwierigkeiten. Der Betrieb von Freibädern ist teuer, zeitgleich findet sich immer seltener Personal. So mancher Bürgermeister greift deshalb zu ungewöhlichen Mitteln.
Angesichts des schönen Wetters können es viele kaum mehr erwarten, bis endlich die Freibäder ihre Tore öffnen. In Aurolzmünster sind die Umbauarbeiten im Finale. „Wir wollen nach dem Muttertag aufsperren“, sagt Bürgermeister Peter Kettl (FPÖ). Die Filteranlage des örtlichen Freibades hatte nach 50 Jahren den Dienst versagt, zudem wurden die Elektronik und ein Dach erneuert. Gesamtkosten: 687.400 Euro. „Rund 52.000 Euro kamen vom Land OÖ, 79.000 aus Bundesmitteln. Den Rest muss die Gemeinde stemmen“, erklärt der Bürgermeister und fügt hinzu: „Die Entscheidung dazu ist einstimmig im Gemeinderat gefallen.“
Freizeitoasen reißen oft Loch in Gemeindekassen
Das Personalthema löse Aurolzmünster mit Bauhofmitarbeitern: „Alle vier sind Bademeister und Rettungsschwimmer, wechseln sich wochenweise ab“, so Kettl. Der Eintritt für die heurige Badesaison beträgt 4,20 Euro für Erwachsene. Kinder bis zum 15. Lebensjahr müssen 2,10 Euro bezahlen.
Sparauftrag macht Tickets teurer
Wie viel die Tickets in Ried/Innkreis kosten sollen, ist nach Bekanntwerden der städtischen Finanzmisere hingegen noch unklar. Es steht aber eine Verdoppelung der Preise für die Saisonkarte im Raum. Um Kosten zu sparen, sperrt das Freibad zudem erst Ende Mai statt wie gewohnt am Monatsanfang auf.
Ein Freibad wirst du niemals kostendeckend betreiben können. Idealerweise sollten durch den laufenden Betrieb rund 50 Prozent der Kosten hereinkommen. Bei uns sind es je nach Witterung zwischen 25 und 30 Prozent.
Norbert Heller (ÖVP), Bürgermeister von Maria Schmolln
Freibad ohne Aufsicht halbierte Abgang bei Kosten
Fehlendes Personal hatte hingegen dem Bürgermeister von Maria Schmolln Sorgen bereitet. Bis vor Kurzem war unklar, ob das örtliche Freibad heuer aufsperren kann: „Unser Bademeister hatte schon ein paar Mal verlängert, jetzt hat er aber aus Altersgründen aufgehört“, erzählt Ortschef Norbert Heller (ÖVP). Erst seit zwei Wochen steht fest, dass es einen Nachfolger gibt. Hätte die Gemeinde keinen Ersatz für den langjährigen Bademeister gefunden, wäre ein ähnliches Modell wie in Rainbach im Innkreis angedacht gewesen. Im dortigen Freibad gibt es seit 2017 keine Badeaufsicht mehr, dafür ist der Eintritt frei. „Nachdem wir das System eingeführt hatten, hat sich der Abgang bei den Kosten halbiert. Momentan liegt er bei 60.000 Euro“, erzählt Bürgermeister Gerhard Harant (FPÖ), der sehr auf die Kosten achtet: „Das Buffet betreiben wir selbst. Dort sind meist über das Arbeitsmarktservice geförderte Personen angestellt.“
Keine Beschwerden trotz fehlender Badeaufsicht
Trotz fehlender Badeaufsicht sei es seit 2017 zu keinem Ertrinkungsnotfall gekommen. „Die Bevölkerung nimmt das System sehr gut an. Ich bekomme außerdem rund alle zwei Monate Anrufe von Bürgermeistern, die sich dafür interessieren, wie wir das machen und wie das rechtlich ausschaut“, erzählt Harant.
Wer jetzt Lust bekommen hat, im heurigen Sommer dort zu arbeiten, wo andere ihre Freizeit genießen, hat noch reichlich Auswahl: Laakirchen sucht einen Badewart, das Freibad Bad Hall Personal für den Kassadienst und in Großraming ist ein Sommerjob am Buffet zu haben.
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