Grün-Weiß in Not

Ladehemmung: Rapid seit 270 Minuten ohne Tor

Sport
26.08.2013 09:12
Bei allem Elan droht Rapid wieder der Fall ins Mittelmaß der Bundesliga. Seit dem 4:2 in der Nachspielzeit gegen Sturm in Graz traf Rapid nicht mehr – 0:0 gegen Austria, 0:2 bei der Admira, am Sonntag das 0:1 gegen Sensationsaufsteiger Grödig. Rapid wartet seit 270 Minuten auf ein Tor.

Die "Village people" knackten bei ihrem ersten Antritt die Festung Hanappi-Stadion – ein Meilenstein. "Kein Zufall, wir trainieren ja das Pressing. Aber es gibt noch viele Fehler, wir lassen die Kirche im Dorf", analysierte Trainer Adi Hütter. "Rapid hätte auch in Führung gehen können."

Kein echter Stürmer bei Rapid
Aber Rapids Personalsituation für die Offensive ist derzeit eben problematisch: kein Stürmer am Rasen, keiner auf der Bank, aber zwei linke Verteidiger. Wenn es nicht wie geplant läuft, fehlen für die Variante Brechstange Alternativen. Am Sonntag versuchte Trainer Zoran Barisic etwas anderes mit seinen offensiven Mittelfeldspielern: Sabitzer ganz vorne, Schaub und Burgstaller an den Flanken. Viel Laufarbeit, viel Rochieren – aber in Grödigs Strafraum hatte Rapid nie eine numerische Überlegenheit. Im Finish kam Tormannriese Novota bei den Standards zweimal nach vorne – ein Zeichen der Verzweiflung.

Boyd noch nicht ganz fit
Viel zu oft stand ein Rapidler vorne der Übermacht von Grödiger Abwehrspielern gegenüber, fanden daher passable Flanken keinen Abnehmer. Die Stoßstürmer, die Rapid gebraucht hätte, sahen verletzt zu: Alar und Boyd, dessen Einsatz Barisic wegen der drohenden Schulteroperation weiter nicht riskierte. Der Amerikaner ("Das wäre ein Spiel für mich gewesen") kündigte nach dem 0:1 an, es Donnerstag in Tiflis beim Retourspiel gegen Dila Gori probieren zu wollen. Rapid fehlten auch Präzision beim letzten Pass und Effizienz: Von 15 Schussversuchen nur drei aufs Grödig-Tor. Elf Gelbe Karten zeigten den verbissenen Kampf. 

Barisic: "Uns fehlte auch das Glück"

Grödig fünf Punkte vor Rapid – unglaublich. Am Sonntag muss Grün-Weiß zum Titelfavoriten Salzburg. Schwere Zeiten. Barisic: "Ich mache der Mannschaft keinen Vorwurf. Uns fehlte auch Glück. Diese Schwankungen habe ich erwartet."
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