"Krone"-Interview

Alaba: “Zufrieden zurücklehnen wäre falsch”

Sport
08.08.2013 00:21
Bayerns neuer Trainerstar Pep Guardiola klagte nach dem Pokalsieg über Rehden vor den ARD-Kameras über den großen Druck, der beim Triplesieger herrscht ("Die Leute wollen immer mehr, mehr, mehr. Ich bin doch ein normaler Trainer, kein Super-Super-Trainer"), und Sportvorstand Matthias Sammer denkt als Antreiber im Hintergrund darüber nach, wie man die möglichen fünf Titel in dieser Saison holen kann. Das ist die Lage bei Bayern unmittelbar vor dem Bundesliga-Start gegen Gladbach. Und mittendrin der 21-jährige David Alaba. Er weiß, was auf ihn zukommt.

"Krone": Wird die erfolgreichste Saison der Klubgeschichte mit neuem Trainer und neuen Stars noch zu überbieten sein? Außer Meistertitel, Cupsieg, Champions League wären noch der europäische Supercup und die Klub-WM zu gewinnen.
David Alaba: Wir wissen alle, wie schwer es wird, diese herausragenden Erfolge wieder zu bestätigen. Oder sie gar noch zu übertreffen. Jeder will doch die Bayern stoppen. Egal, welcher Gegner. Kein Match wird für uns ein Selbstläufer. Auch nicht in der Bundesliga.

"Krone": Viele behaupten, auch die B-Mannschaft der Bayern wäre noch ein seriöser Titelanwärter in Deutschland.
Alaba: So respektlos über die Konkurrenz wird man mich nie reden hören. Sicher ist die Vorbereitung trotz der Niederlage in Dortmund im Supercup sehr gut gelaufen. Aber wir müssen alle sicher noch viel dazulernen, um künftig so zu spielen, wie es sich Herr Guardiola vorstellt. Und das wollen wir ja erreichen.

"Krone": Unterscheiden sich die Vorstellungen von Pep Guardiola so sehr von den erfolgreichen von Jupp Heynckes? Guardiola kündigte beim Amtsantritt an, nicht so viel verändern zu wollen.
Alaba: Er dreht sicher nicht alles komplett um. Es sind eigentlich nur Kleinigkeiten. Der Endzweck bleibt der gleiche. Aber jeder Trainer hat eben seine eigenen Ideen, wie er zu seinen Zielen kommt. Da muss man hart daran arbeiten, bis einem das sozusagen in Fleisch und Blut übergeht.

"Krone": Und wie lange wird das dauern?
Alaba: Zu sagen, ein oder zwei Monate, und dann ist alles erledigt, das wäre unseriös. Und daher mache ich das auch nicht.

"Krone": Pep Guardiola hat in der Vorbereitung viele Varianten probiert. Es zeichnet sich ab, dass auch deutsche Teamspieler mitunter auf die Bank müssen, was in einer WM-Saison genügend Zündstoff birgt. Aber wie es derzeit scheint, hat der Österreicher Alaba seinen Platz ebenso sicher wie etwa Tormann Manuel Neuer oder Kapitän Philipp Lahm. Ist das nicht eine Bestätigung und Auszeichnung?
Alaba: Sicher macht man sich darüber Gedanken. Ich bin noch jung. Zurücklehnen und zufrieden sein, wäre grundlegend falsch. Ich werde weiter in jedem Training Vollgas geben, um mich zu verbessern. Dazu gibt es keine Alternative.

"Krone": Zum Start gibt es das erste Duell von Österreichern in dieser Saison.
Alaba: Wir haben schon beim Telekom-Cup gegen Gladbach gespielt, da habe ich mich mit Martin Stranzl gut unterhalten. Er fehlte gegen uns, wird es uns sicher schwermachen. Wie gesagt, das wird kein Selbstläufer.

"Krone": Ihr Freund Franck Ribery ist mit Lionel Messi und Ronaldo Kandidat zur Wahl von Europas Fußballer des Jahres.
Alaba: Alle bei Bayern wünschen Franck, dass er die Wahl gewinnt. Ich ganz besonders.

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