Weiß er es, oder weiß er es nicht? Wenn Trump heute mit Zelenskij in Washington den Rohstoffvertrag unterschreibt, den er Kiew abgepresst hat, dann bindet er sich auch in Sicherheitsfragen an die Ukraine. Damit wollte er ursprünglich zwar nichts zu tun haben, aber jede Wirtschaftspartnerschaft hat zugleich auch eine sicherheitspolitische Komponente.
Teure Investitionen bedürfen des Schutzes, und sei es durch gemeinsame Ausbeutung mit Russland. Viele seltene Erden, um die es in der Ukraine geht, liegen auf russisch beherrschtem Gebiet.
Diesen Rohstoffvertrag hat sich Trump ja fein ausgedacht: Europa zahlt die Sicherheitsgarantie für die Ukraine, und Amerika holt sich die Beute. Moralbefreite Oligarchen wie Trump und seine Milliardärsfreunde kennen kein Freund-Feind-, Gut-Böse-, Demokratie-Diktatur-Schema. Es zählt der Profit. Zelenskij bekommt somit ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.
Trumps Politik erinnert erschreckend an jene des 19. Jahrhunderts: imperialistische Gebietserweiterung und koloniale Ausbeutung. Dieses System hat Kriege nicht beendet, sondern Kriege erst ermöglicht. Wie würde denn Trump reagieren, wenn ihm einmal nicht gehorcht wird, so wie jetzt zwangsläufig von Zelenskij, der klagt: „Wir können es uns nicht leisten, die USA zu verlieren.“
Und was bleibt Europa? Uns bleibt der EU-Beitritt der Ukraine – als der größte Nettoempfänger.
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