24.07.2013 20:49 |

Weltjugendtag

Geld, Erfolg, Macht: Papst warnt vor "flüchtigen Idolen"

Beim Besuch des brasilianischen Marienheiligtums Aparecida hat Papst Franziskus am Mittwoch die Jugend vor der Verführung durch "flüchtige Idole" wie Geld und Macht gewarnt. "Heute fühlen sich alle, auch unsere Jugend, verführt von den Idolen, die sich an die Stelle Gottes setzen und Hoffnung zu geben scheinen: Geld, Erfolg, Macht, Vergnügen", sagte der Papst vor über 200.000 Gläubigen.

"Oft führt ein wachsendes Gefühl von Einsamkeit und Leere in den Herzen die Menschen dazu, Befriedigung in diesen flüchtigen Idolen zu suchen", sagte das Kirchenoberhaupt. Sein Appell kann als Reaktion auf die evangelikalen Kirchen verstanden werden, die derzeit in Brasilien großen Zulauf haben und oft versprechen, dass der Glaube an Jesus mit Geld und Erfolg vergolten werde. Der 76-jährige Argentinier tritt seit seiner Wahl zum Papst mit Nachdruck für mehr Bescheidenheit in der Kirche ein.

Vor dem Beginn der Messe in der Basilika nahm Franziskus die schwarze Statue der Jungfrau von Aparecida, der Schutzpatronin Brasiliens, in die Arme. "Welche Freude für mich, in das Haus der Mutter aller Brasilianer zu kommen", rief Franziskus der versammelten Menge von 15.000 Gläubigen zu. Auf dem Platz vor der Kirche verfolgten weitere rund 200.000 Menschen in völliger Stille auf großen Leinwänden die Übertragung des Gottesdienstes.

Soziale Probleme Brasiliens erneut nicht angesprochen
Die Ansprache des Papstes konzentrierte sich auf die Krise des Individuums und der Familie. Die schweren sozialen und politischen Probleme Brasiliens, die im Juni Hunderttausende Menschen zu Protesten auf die Straßen getrieben hatten, sprach er erneut nicht an. Franziskus war am Montagabend auf seiner ersten Auslandsreise als Papst in Brasilien eingetroffen. Anlass ist der Weltjugendtag in Rio de Janeiro.

Neben großen Gottesdiensten stehen in den kommenden Tagen Begegnungen mit Armen, Straftätern und früheren Drogenabhängigen auf dem Programm des Papstes. Am Donnerstag will er das Armenviertel Varginha in Rio besuchen und auf einem Sportplatz predigen. Seine Rückreise nach Rom ist für Sonntag vorgesehen, wenn auch der Weltjugendtag endet. Bis zu zwei Millionen Menschen aus rund 170 Ländern nehmen an der Veranstaltung insgesamt teil, darunter mehr als 500 Jugendliche aus Österreich.

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