04.07.2013 08:47 |

"Times"-Bericht

Briefverkehr wird von US-Regierung komplett überwacht

Die USA lassen einem Zeitungsbericht zufolge den gesamten Briefverkehr innerhalb des Landes registrieren. Absender und Empfänger von jeder Sendung, die über den staatlichen Postdienst USPS verschickt wird, werden von Computern abfotografiert, berichtet die "New York Times".

Die Zeitung beruft sich dabei unter anderem auf Mitarbeiter des US-Justizministeriums und einen ehemaligen Agenten der amerikanischen Bundespolizei FBI. Rund 160 Milliarden Postsendungen sollen in einem Überwachungsprogramm mit der Bezeichnung "Mail Isolation Control and Tracking" (MICT) vergangenes Jahr fotografiert worden sein. Das Programm diene vor allem der Arbeit von amerikanischen Strafverfolgungsbehörden.

Dank der gesammelten Daten sei es dem FBI gelungen, die Schauspielerin Shannon Guess Richardson wegen des mutmaßlichen Versands von Giftbriefen an Präsident Barack Obama und New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg aufzuspüren.

Ex-FBI-Agent: "Eine Informations-Goldgrube"
"Es ist eine Informations-Goldgrube", wurde ein ehemaliger FBI-Agent in der "New York Times" zitiert. Schon die Briefumschläge reichten aus, um wertvolle Hinweise für die Ermittler zu sammeln. Einen Brief tatsächlich zu öffnen, erfordert dagegen den Beschluss eines Richters.

Das Programm sei 2001 nach den Anthrax-Anschlägen geschaffen worden, bei denen mehrere mit Milzbrand vergiftete Briefe bei Nachrichtensendern und Senatoren eingingen und fünf Menschen starben.

Kryptograf: "Eingriff in die Privatsphäre"
Der bekannte Kryptografie-Experte Bruce Schneier kritisierte das Programm gegenüber der "New York Times" als Eingriff in die Privatsphäre - es ähnle den jüngst bekannt gewordenen Überwachungsprogrammen. Die Sammlung von Informationen wie Absender und Empfänger gebe der Regierung einen guten Überblick über die Kontakte einer Person, ähnlich wie die Telefonverbindungsdaten.

Zuletzt war dank des Whistleblowers Edward Snowden ans Licht gekommen, dass der US-amerikanische Geheimdienst NSA Telefonverbindungen und Internet massiv überwacht - und sogar politische Einrichtungen in Europa verwanzt. Dies führte zu diplomatischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und der EU.

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