"Wofür hat Rapid einen Sportdirektor geholt, wenn man sich dann eh keine Transfers leisten kann? Was macht der Schulte eigentlich?" Viele Fans riefen in den vergangenen Tagen in der "Krone"-Redaktion an oder meldeten sich via krone.at-Forum zu Wort, die meisten stellten sehr ähnliche Fragen. Wütend. Verständnislos. Resignierend. Die Erwartungshaltung ist endgültig im Keller.
"Uns traut niemand etwas zu"
Dabei versucht Trainer Barisic Aufbruchsstimmung zu vermitteln: "Uns traut niemand etwas zu. Aber gemeinsam mit unseren Fans wollen wir allen das Gegenteil beweisen." Nachsatz: "Von den Jungen kennt ja noch keiner das Gefühl, wenn ein volles Hanappi-Stadion hinter dir steht." Genau dort will man wieder hin. 2.000 Abos sind weg. Und Barisic jammert nicht. Er vertraut dem, was er hat: "Talent, Potenzial, Leidenschaft. Nur verletzen darf sich jetzt keiner mehr."
"Wir sind variabel"
Denn der – in der Not mit grün-weißen Amateuren auf 25 Mann aufgefüllte – Kader ist zwar personell am Limit, dürfte qualitativ aber nicht so schlecht sein, wie "das Geraunze" (O-Ton Schulte) vermuten lässt. Obwohl das Durchschnittsalter "nur" 22,9 Jahre beträgt. Aber auch gestandene Spieler sind dabei. Und Barisic kann auch ohne Alar sein geplantes offensives 4-3-3-System durchziehen. "Wir sind variabel, haben flexible Spieler", weiß der Trainer. Vor allem in der Offensive mit Burgstaller, Grozurek und Sabitzer.
Zudem kann Trimmel auf der rechten Seite fast alles spielen. Und Innenverteidiger Pichler wäre die defensivere Alternative zu Wydra als Sechser. "Wir werden auch auf den Positionen viel rotieren", verrät Barisic, der natürlich auf seine zwei verbliebenen Routiniers Hofmann und Boskovic setzt: "Sie sollen die Jungen führen." Und müssen fit bleiben. Sonst wird's eng.
"Ich bin selbst gespannt, wo der Plafond der Jungen liegt", gibt Barisic zu, dass auf Rapid ein Abenteuer wartet. Aber man hat nichts mehr zu verlieren, kann nur gewinnen. Das ist die Chance.
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