Der Favorit hat letztlich das Rennen gemacht: Eine erste Hochrechnung im Duell um das Amt des Linzer Bürgermeisters sieht den SPÖ-Politiker Dietmar Prammer als Sieger dieser Stichwahl. Die Stadt bleibt also fest in Hand der Sozialdemokraten, die auch im Gemeinderat die stärkste Kraft sind.
Um 16.27 Uhr schnellten die Balken auf der großen Leinwand im Gemeinderatssaal im Alten Rathaus in Linz in die Höhe, um 16.51 Uhe war das Endergebnis da: SPÖ-Kandidat Dietmar Prammer kommt auf 77,1 Prozent und hat somit die Wahl gewonnen. FPÖ-Kandidat Michael Raml erreichte 22,9 Prozent der Stimmen. Niedrig ist die Beteiligung auch bei dieser Wahl: Nur 42,2 Prozent der Linzer gingen zu den Wahlurnen.
In einer ersten Stellungnahme dankte der designierte Linzer Bürgermeister seinen Anhängern. Zur „Krone“ sagte er erleichtert: „Ich bin überwältigt von diesem Wahlergebnis. Es ist ein Erfolg nicht nur für mich, sondern auch für alle Unterstützer und die Linzerinnen und Linzer. Ich bin dankbar für das Vertrauen, das sie mir geschenkt haben.“
Es ist ein Erfolg nicht nur für mich, sondern auch für alle Unterstützer und die Linzerinnen und Linzer.
Wahlgewinner Dietmar Prammer, SPÖ
Wir als FPÖ haben ein wichtiges Zwischenziel geschafft, nämlich erstmals bei einer Stichwahl in Linz antreten zu können. Man kann sich sicher sein, dass man bei der nächsten Bürgermeisterwahl wieder mit mir als Spitzenkandidat rechnen kann.
Der unterlegene Kandidat Michael Raml, FPÖ
FPÖ: „Wir haben ein wichtiges Zwischenziel geschafft“
Wahlverlierer Michael Raml (FPÖ) gratulierte dem designierten Bürgermeister Prammer zum Sieg: „Das ist zu respektieren.“ In seinem ersten Interview mit der „Krone“ sagte der Freiheitliche: „Wir als FPÖ haben ein wichtiges Zwischenziel geschafft, nämlich erstmals bei einer Stichwahl in Linz antreten zu können. Man kann sich sicher sein, dass man bei der nächsten Bürgermehrheitswahl wieder mit mir als Spitzenkandidat rechnen kann.“
Mittlerweile haben sich auch politische Mitbewerber zu Wort gemeldet und gratuliert.
Die Wahl eines Bürgermeisters für die Landeshauptstadt Linz war notwendig geworden, weil SPÖ-Politiker Klaus Luger nach knapp zehn Jahren im Amt über einen Skandal gestolpert war. Der einflussreiche Sozialdemokrat erklärte am 23. August seinen Rücktritt – und machte so den Weg für eine Neuordnung an der Spitze der Landeshauptstadt frei. Die Wahl musste in die zweite Runde gehen, weil am 12. Jänner keiner der sieben Kandidatinnen und Kandidaten eine Mehrheit bekam.
Prammer vorab zum geschäftsführenden Vizebürgermeister gemacht
Prammer galt schon seit geraumer Zeit als Kronprinz in der Nachfolge-Frage, musste dann aber früher ran, als ursprünglich geplant. Zunächst übernahm Karin Hörzing als Vizebürgermeisterin die Führung des Stadtsenats, das Statut erlaubte es allerdings, den bisherigen Stadtrat Dietmar Prammer zum geschäftsführenden Vizebürgermeister zu machen. Er tauschte mit Tina Blöchl, die seither Stadträtin ist.
Als interimistische Nummer 1 in Linz hatte der im Herbst noch eher unbekannte Dietmar Prammer die Möglichkeit, Profil und Bekanntheit zu erlangen. Sein Gesicht wurde in der gesamten Stadt plakatiert, seine Parteifreunde liefen für ihn fast rund um die Uhr, um die Stadt nicht aus der Hand geben zu müssen.
Linzer SPÖ hat viel Einfluss in der Landes-SPÖ
Nach diesem Sieg in Linz könnte sich auch etwas in der Landes-SPÖ bewegen. Dort ist man seit 9. November und dem Rücktritt des Parteivorsitzenden Michael Lindner auf der Suche nach einer neuen Nummer 1 in der Sozialdemokratie. Und wie es bei den Roten in Oberösterreich üblich ist, haben die Linzer viel mitzureden. Immerhin ist die Bezirksorganisation in Linz die größte in Oberösterreich.
Unterlegener FPÖ-Kandidat blickt schon auf die Wahl 2027
Der freiheitliche Michael Raml, der im Duell um Linz unterlag, ist ein fairer Verlierer. Allerdings: Schon jetzt gilt es als gesichert, dass der Sicherheitsstadtrat, der eben erst mit 100 Prozent an der Spitze der Linzer FPÖ bestätigt wurde, bei der Wahl im Herbst 2027 als Spitzenkandidat antritt. Die Freiheitlichen rechnen sich jedenfalls schon jetzt Chancen aus, zu den Favoriten zu gehören.
Wie geht es jetzt weiter? Dietmar Prammer darf sich ab sofort designierter Bürgermeister der Landeshauptstadt Linz nennen. In der nächsten Sitzung des Gemeinderats, konkret am 6. Februar, soll Prammer von Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) angelobt werden, dann ist auch alles offiziell. Sein neues Amt tritt dann auch der JKU-Betriebswirtschafts-Professor Thomas Gegenhuber an, der als Stadtrat für Wirtschaft und Innovation Teil der Stadtregierung wird.
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