Wenn aus dem Ukrainekrieg eine Lehre zu ziehen ist, dann jene, dass er zur Zeitenwende in eine völlig neue Art der Kriegsführung geworden ist; sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung. Videos im Internet vom Kriegsschauplatz zeigen auf beiden Seiten den Großeinsatz von Kampfdrohnen, sogenannte selbstzerstörende Kamikazedrohnen.
Daraus die Konsequenzen: Die Dauerbedrohung aus dem Himmel über dem Gefechtsfeld lähmt jede Bewegung ohne Deckung nach oben; Schützengräben verwandeln sich in Tunnels, Soldaten in Höhlenmenschen; und das gravierendste: vormals modernes Kriegsgerät wie Panzer oder Artillerie verliert an Bedeutung. Diese sündteuren Waffengattungen im Millionenwert werden aufgespürt und abgeschossen von Billig-Drohnen im Wert von 400 Euro etwa aus iranischer oder türkischer ja sogar ukrainischer Produktion. Das erlaubt den Einsatz ganzer Schwärme von Drohnen – sozusagen als fliegende Sprengmittel. Groteske Begleiterscheinung: In der Ukraine haben Panzer obenauf Gitterkonstruktionen zur Abwehr.
Wer die Revolution der Kriegsführung nicht akzeptiert, hat nicht die geringste Verteidigungschance – siehe: Blitzkrieg Aserbaidschans gegen Armenien. Das wirft auch die Frage auf, weshalb das Bundesheer nicht schon längst mit Kampfdrohnen ausgerüstet ist. Dieser Mangel macht Landesverteidigung obsolet wie seinerzeit das Raketenverbot im Staatsvertrag.
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